Der Junggesellenabschied: Tipps zur Planung, Organisation und Programm

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Mit dem Junggesellenabschied feiert ihr den zukünftigen Ehemann, seine letzten Wochen vor der Ehe und ein bisschen auch euch selbst. Wir verraten dir, wie du den perfekten JGA organisierst, über den ihr noch ewig sprechen werdet.

Vor einer Hochzeit gibt es viel zu erledigen: Die Kleiderwahl, die Location, das Essen – aber auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Gut, dass es den Junggesellenabschied gibt! Doch ausnahmsweise kann sich bei diesem Punkt der Bräutigam mal zurücklehnen und anderen das Ruder überlassen. Denn traditionell gehört diese Abschiedsfeier in die Hände der Trauzeugen und Freunde.

Klar, mit dem “Ja, ich will!” ist die Zeit der Partys natürlich nicht automatisch vorbei – doch das Ende der Junggesellenzeit sollte in jedem Fall gebührend gefeiert werden. Aber was gehört zu einem gelungenen Junggesellenabschied eigentlich dazu und was sollte man tunlichst vermeiden? Wir verraten dir, woher die Tradition kommt und wie du einen unvergesslichen Abend für den Bräutigam und seine Kumpels organisierst.

Tipp: Die zukünftige Braut oder ihre Trauzeugin sucht auch noch Inspirationen? Hier gibt es Tipps für den Junggesellinnenabschied.

Woher kommt der Junggesellenabschied?

Der Junggesellenabschied ist ein Hochzeitsbrauch, bei dem das Paar vor der eigentlichen Trauung – üblicherweise getrennt voneinander – noch einmal ordentlich feiert. Solche Feste vor dem Jawort wurden schon im antiken Griechenland zelebriert. Im Gegensatz zum Polterabend, der traditionell am Vorabend der Trauung stattfindet, wird der Abschied vom Junggesellendasein meist bereits ein paar Wochen vor dem großen Tag begangen. Richtig populär wurde der Brauch dann durch zahlreiche US-Filme oder auch -Serien. Mittlerweile gibt es sogar Agenturen, die den perfekten JGA für Braut und Bräutigam organisieren.

Indoor oder Outdoor? Einen Junggesellenabschied kann man auch ganz entspannt in einer Rooftop-Bar feiern. ©iStock/ Petar Chernaev

Vorbereitung für den perfekten JGA

Natürlich kann man auch ohne professionelle Unterstützung einen Junggesellenabschied auf die Beine stellen, der es in sich hat. Diese sieben Punkte solltest du bei der Planung beachten, damit der Abschied dieser besonderen Ära für das Brautpaar unvergesslich wird.

Wie wird ein Junggesellenabschied organisiert?

Du bist der Trauzeuge und hast nun die Aufgabe, den Junggesellenabschied für den zukünftigen Bräutigam zu organisieren? Dann verschaffe dir erst einmal einen Überblick über alles, was du beachten solltest.

Folgende Dinge gehören dazu:

  • Teilnehmer
  • Terminfindung
  • Überblick über die Kosten
  • Programm
  • Eventuelle Geschenke
  • Gegebenenfalls Übernachtung und Verpflegung

Kleiner Tipp: Hol dir in einem frühen Planungsstadium ruhig ein paar Ideen für das Programm von anderen JGA-Teilnehmern ein und tausche dich mit ihnen über ihre Erfahrungen aus. Mache aber auch deutlich, wenn dein Programm steht. Denn wie heißt es so schön: Viele Köche verderben den Brei.

Eine Person sollte immer den Überblick über die Finanzen behalten. ©iStock/ svetikd

Teilnehmer: Wer wird zum JGA eingeladen?

Das ist tatsächlich ein Punkt, über den du mit dem Bräutigam sprechen solltest. Denn nichts ist unangenehmer als ein “unwillkommener” Gast auf einem Jungesellenabschied. Am besten lässt du dir daher zuvor eine Liste mit Telefonnummern oder E-Mail-Adressen der erwünschten Gäste geben. Falls du den JGA in kompletter Geheimhaltung planen willst, solltest du zumindest mit der künftigen Braut Rücksprache halten und dir Tipps geben lassen, wer auf keinen Fall fehlen darf.

Die Kommunikation mit den Gästen funktioniert am einfachsten über WhatsApp-Gruppen oder Mailing-Listen. Für die Terminfindung eignen sich Abstimmungstools wie Doodle. Hier können die Gäste ganz einfach über mögliche Daten für den Junggesellenabschied abstimmen. Aber Achtung, der Bräutigam darf davon nichts mitbekommen.

Termin: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Den richtigen Zeitpunkt für die Feier zu finden, ist sicher eine der schwierigsten Aufgaben in der Planung. Immerhin muss der Termin vor allem für den Bräutigam passen, aber auch möglichst vielen Gästen sollte es machbar sein, zu erscheinen.

Der Tag vor der Hochzeit ist tabu. Denn verkatert möchte wirklich niemand vor dem Traualtar stehen. Generell ist es für den Noch-Junggesellen am entspanntesten, wenn der Junggesellenabschied nicht zu nah am Tag der Trauung liegt, da gerade in der letzten Zeit davor sicher noch viel organisiert werden muss. Deshalb sollte bei der Terminfindung zuvor mit der Hauptperson Rücksprache gehalten werden. Bestenfalls lässt du dir eine Liste mit passenden Terminen geben und stellst diese anschließend den Teilnehmern zur Wahl.

Wichtig ist bei der Planung aber auch, dass du dir vorher im Klaren darüber bist, was für ein Rahmen der JGA einnehmen soll. Wird es eine Abendveranstaltung? Planst du einen kompletten Tag oder sogar ein Wochenende? Willst du die Stadt oder sogar das Land verlassen?

Tipp: Du bist gedanklich schon beim Junggesellenabschied, hast aber noch gar nicht an die Hochzeitseinladungen gedacht? Ideen gibt es hier. 

Budget: Wer trägt die Kosten für den Junggesellenabschied?

Für die Hauptperson sollte das Ereignis gratis sein. Die Kosten für den Junggesellenabschied werden idealerweise zwischen den Gästen aufgeteilt. Deshalb solltest du gut kalkulieren und gerade bei kostspieligen Aktionen wie einem Wochenendtrip alles mit den Teilnehmern der Feier im Vorfeld abstimmen.

Tipp: Extrakosten wie etwa Hotelzimmer, Flüge, Mietwagen und Restaurant-Reservierungen kannst du erst final buchen, wenn du die genaue Anzahl der Teilnehmer kennst. Eine Bestätigung von allen Freunden und Verwandten, die dabei sind, sollte also vorliegen, wenn du weiterplanen willst. Sonst bleibst du am Ende auf etwaigen Kosten sitzen.

Ein Junggesellenabschied kann auch mit einer kleinen Reise verbunden werden – wenn die Planung stimmt. ©iStock/ SolStock

Programm: Ideen für den JGA

Das Programm solltest du vor allem im Sinne des Bräutigams gestalten. Eine 90er-Party zu organisieren, hat wenig Sinn, wenn die Hauptperson ausschließlich Rock mag. Genauso wenig ist es empfehlenswert, den Junggesellen mit einem Bauchladen Kondome und Schnäpse verkaufen zu lassen, wenn du weißt, dass er solchen Späßen nicht offen gegenübersteht. Natürlich darf man die Hauptperson auch mal herausfordern – aber wenn er sich den ganzen Tag über nur schämt oder genervt ist, läuft etwas falsch. Und ihr habt womöglich Geld umsonst ausgegeben.

Ausschweifender Partyabend samt Motto-Shirts mit Bauchladen – oder doch ein Wochenendtrip in eine andere Stadt, ans Meer oder in die Berge? Alles ist erlaubt, wenn es euch Spaß macht – und das Budget hergibt.

Ideen für Unkomplizierte:

  • Gin-, Wein- oder Whiskey-Verkostung
  • Paintball oder Lasertec
  • Essen im Steakhouse
  • Ein ausgelassener Abend in einem Club (von dem ihr wisst, dass der Türsteher euch auch reinlässt)

 

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Ideen für den Abenteuer-Typ:

  • Volle Action: Gebt gemeinsam einem Auto den letzten Rest und zerstört es auf dem Schrottplatz. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Hotelzimmer zu demolieren – natürlich nach Absprache mit dem jeweiligen Event-Anbieter
  • House-Running – der Bräutigam läuft gesichert an einem Hochhaus in die Tiefe
  • Blind Booking – packt eure Koffer und schaut nach Last-minute-Flügen. Wo es dann schlussendlich hingeht, findet ihr erst dann heraus.

Ideen für Naturverbundene:

  • Bootsfahrt mit Drinks und Grillen (Hausboot, Kanu, Ruderboot, Segeltörn)
  • Wanderung mit Übernachtung in einer Hütte
  • Geocaching: Versteckte Orte werden anhand geografischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und ihr könnt sie anschließend mithilfe eines GPS-Empfängers suchen

https://www.instagram.com/p/B2N6ZL5I8Oe/

Ideen für Sportskanonen:

  • Kletterparcour oder Hochseilgarten
  • Eine ausgedehnte Radtour mit Verpflegung und Übernachtung
  • Eine Kanu- oder Rafting-Tour

Ideen für das große Budget:

  • Ein Abend im Casino
  • Mit einem coolen Mietauto durch die Stadt fahren
  • Haus oder Loft mieten und mit einem DJ eine unvergessliche Party feiern
  • Einen Wochenendtrip in einer Stadt eurer Wahl buchen

Muss es Spiele geben?

Ein Muss sind Spiele auf einem Junggesellenabschied nicht, aber für die meisten gehören sie einfach mit dazu. Außerdem können sie die Feier auflockern und für witzige Momente sorgen. Es muss ja nicht der Bauchladen mit Partyutensilien sein – auch ein Quiz über das Brautpaar ist eine schöne Idee und bezieht die Gäste direkt mit ein.

Wer kümmert sich um die Fotos?

Klar wird sich der Bräutigam auch ohne eine Masse an Fotos an seinen Junggesellenabschied zurückerinnern. Dennoch sind gute Bilder natürlich ein tolles Highlight. Ist unter den Gästen jemand, der besonders gerne fotografiert oder filmt? Dann übertrage ihm die Aufgabe. Schöne Erinnerungen schaffen auch immer wieder Einwegkameras. Diese kannst du an die Teilnehmer verteilen und direkt mit einer lustigen Fotoaufgabe verbinden – so landet garantiert jeder mal auf einem Bild.

Tipp: Für die Hochzeit solltet ihr einen Profi engagieren. Hier gibt es Tipps für die Suche nach einem Hochzeitsfotografen.

Planung des Junggesellenabschieds – ein Resümee

Als Trauzeuge hast du es in der Hand, den Junggesellenabschied so unvergesslich wie möglich zu gestalten und den Beginn von etwas ganz Neuem einzuläuten. Wir haben die wichtigsten Punkte noch einmal kurz für dich zusammengefasst:

  • Die Trauzeugen übernehmen die Organisation und die Kosten
  • Die Gästeliste mit dem Bräutigam absprechen
  • Das richtige Timing: keine Party am Tag vor der Trauung
  • Das Programm sollte der Hauptperson gefallen
  • Das Programm sollte im besten Fall eine Überraschung sein

Headerbild: ©iStock/ Petar Chernaev