Mr. und Mrs. Stühle

Die perfekte Gästeliste

Pin It

Wen laden wir zur Hochzeit ein?
Mit diesen Experten-Tipps ist die Liste supereinfach erstellt.
Entfernte Verwandte einladen? Wie unangenehme Gäste ausladen? Und wie stelle ich die perfekte Gästeliste überhaupt zusammen? Die Chefredakteurin des Blogs „Hochzeitsguide“, Susanne Schuhmann, und die Wedding Planner Katrin Glaser von der Agentur „Sagt Ja“ aus Köln und Katharina Markwart von „die Hochzeitsberater“ aus Halle/Saale kennen die Etikette – und haben die besten Tipps.

Gästeliste erstellen: Welche Frage sollte ich mir als allererstes stellen?
Wer ist mir wirklich wichtig? Diese Frage sollte laut Hochzeitsplanerin Katrin Glaser am Anfang der Gästelistenplanung stehen. „Eine Hochzeit ist so etwas Privates. Das sollte nicht offiziell und förmlich sein.“ Oft stehe die Location bereits fest – und damit die Anzahl an Sitzplätzen. Wie viele Gäste können wir einladen, wenn wir maximal für 100 Platz haben? Und natürlich ist die Zahl der Hochzeitsgäste auch eine Budgetfrage. Wenn alle dabei sein sollen, kostet das eine Menge Geld.

Sollte ich Gäste zusätzlich einladen, weil ein Teil sowieso nicht kommt?
Im Schnitt liege die Absagequote bei 10 Prozent, schätzt Katrin Glaser von der Agentur „Sagt Ja“. Katharina Markwart von der Agentur „Die Hochzeitsberater“ hat einen weiteren Richtwert: „Pauschal kann man sagen, dass gegen zehn bis 15 Personen nicht kommen. Aber dann möchte der Cousin seine neue Freundin mitbringen … Meistens pendelt es sich bei der zuvor geplanten Gästezahl ein.“ Ihr Tipp: Wer etwa ein Jahr vor der Hochzeitsfeier Save-the-Date-Karten verschickt und damit den Wunschtermin festmacht, kann davon ausgehen, dass nach der eigentlichen Hochzeitseinladung weniger absagen.

Sollte man Verwandte, die man einmal im Leben gesehen hat, zur Hochzeit einladen?
„Ich sage meinen Kunden immer: Es ist nicht die Feier von euren Gästen, sondern eure“, betont Hochzeitsplanerin Katharina Markwart. Wedding Planner Katrin Glaser rät, klar zu kommunizieren, dass die Hochzeit im kleinen Rahmen stattfinden soll, nur die engsten Verwandten eingeladen werden. Dann sollten alle außenstehenden Familienmitglieder konsequent ausgeladen werden. Als Alternative gebe es zum Beispiel einen Umtrunk vor der eigentlichen Feier oder einen Polterabend, bei dem alle kommen dürfen.

Katharina Markwart weiß aus Erfahrung, dass die nicht eingeladenen Verwandten selbst nicht böse darüber sind. Manche seien nur ein wenig sauer, wenn zum Beispiel ihre Kinder nicht eingeladen werden. Auch hier hilft, klar zu sagen, dass man die Feier so klein wie möglich halten möchte.

Sie würde an ferne Verwandte zunächst keine Einladungskarte schicken und sich erst erklären, wenn es zum Gespräch kommt. Werde man selbst aktiv und berichtet von seinen Heiratsplänen ohne einzuladen, sei das schwierig.

Können die Ex-Partner zur Hochzeit kommen?
Wenn man noch ein freundschaftliches Verhältnis hat? Ja. Und, wenn es für den Partner o. k. ist, sagt Susanne Schuhmann, Chefredakteurin des Blogs „Hochzeitsguide“.

Ist es in Ordnung, Singles ohne Begleitung einzuladen?
Katrin Glaser hält das für völlig in Ordnung: „Ich finde es eher künstlich, dass derjenige dann jemanden mitbringen soll, der gar nicht so recht an seiner Seite steht.“ Für Chefredakteurin Susann Schuhmann allerdings gehört es sich, „plus 1“ einzuladen.

Jemand kann sicher nicht zur Hochzeit kommen, zum Beispiel weil er beruflich im Ausland ist. Sollte man ihm trotzdem eine Einladungskarte schicken?
Aus Höflichkeit sollte man eine Einladung schicken, erklärt Katrin Glaser. Besonders dann, ergänzt Katharina Markwart, wenn ich es nur über Dritte erfahren habe und nicht ganz sicher sein kann.

Susanne Schuhmann plädiert dafür, das persönlich in einem Gespräch zu klären. Man sollte zum Ausdruck bringen, dass man sich über sein Kommen gefreut hätte, aber auch verstehen kann, dass es nicht möglich ist.

Wie gehe ich mit ungeliebten Menschen um, die aber eigentlich eingeladen werden müssten?
Katrin Glaser kennt solche Fälle: Manchmal ist es so, dass die Frau jemanden einladen möchte, den der Mann nicht ausstehen kann oder umgekehrt. Da hilft es nichts: Das müsse man ausdiskutieren und einen Kompromiss finden. Eine Lösung könnte zum Beispiel sein: Kommt ein Gast, den der Partner nicht leiden kann, kommt auch einer, den der andere nicht gerne hat oder keiner der beiden „kritischen“ Gäste wird eingeladen.

Arbeitskollegen einladen oder nicht?
Das, meint Katharina Markwart, muss nicht sein. Es machen aber Viele aus Höflichkeit. „Sie sitzen dann aber oft am Katzentisch, was ich persönlich nicht sehr schön finde“, sagt die Hochzeitsplanerin aus Halle an der Saale.

Ich möchte nicht, dass Kinder zu meiner Hochzeit kommen. Ist das o. k. und wie bringe ich das den Eltern bei?
Wenn ich das nicht möchte, kann ich das sagen. Katharina Markwart sieht darin kein Problem, weiß aber, dass es schwierig sein kann, das den Paaren beizubringen. Man sollte klar sagen, dass man die Kinder gerne habe, aber es schön wäre, wenn das Paar für den Tag der Hochzeit einen Babysitter organisieren würde. „Auch für die Gäste selbst ist die Hochzeitsfeier dann meist entspannter“, sagt sie.

Meine Eltern sind geschieden. Was tun?
„Einladen würde ich trotzdem beide – und davor persönlich mit ihnen sprechen“, rät Katharina Markwart. Das gilt natürlich nur dann, wenn man sich mit seinen Eltern und gegebenenfalls auch mit deren neuen Partnern gut versteht. Schwierig wird es allerdings, wenn sich die beiden nicht verstehen. Beim Gespräch sollte man deshalb klar machen, dass sie sich zu benehmen haben, sagt die Hochzeitsplanerin. Selbst entscheiden, wer von beiden kommen darf? Davon rät sie ab. Diese Entscheidung sollten die Ex-Partner selbst treffen.

Welche Informationen sollte die perfekte Gästeliste beinhalten?
Auf jeden Fall die Kontaktdaten mit E-Mail-Adresse, sagt Susanne Schuhmann von Hochzeitsguide. Nützlich sei es darüber hinaus zu notieren, ob jemand ein Hotelzimmer benötigt oder spezielle Lebensmittelunverträglichkeiten oder Ernährungsgewohnheiten beachtet werden müssen.

Geht es an das Austüfteln der Sitzordnung, hat Katharina Markwart einen Tipp: Schon in der Gästeliste kann man sich notieren, wer sich mit wem versteht, wer wie alt ist und wer Kinder oder ähnliche Interessen hat. So kann man sicher gehen, dass zum Beispiel ein ruhiger Gast Menschen um sich hat, die ihm vertraut sind oder die unglückliche Situation vermeiden, dass eine kinderlose Frau zwischen Schwangeren sitzt.
Gibt es das: die beste Anzahl an Gästen?
Für Katharina Markwart ist hier entscheidend, dass man sich jedem Gast ein wenig widmen kann. „Wer viel Zeit hat und zum Beispiel ein ganzes Wochenende feiert, da sind 120 Gäste o. k.“ Sie persönlich findet 50 bis 70 Gäste ideal: „Da kommt Stimmung auf und jeder kann mit dem Brautpaar auch ins Gespräch kommen.“

 

Eine übersichltiche Gästeliste zur Hochzeit mit Platz für alle wichtigen Informationen gibt’s auch bei uns.

Foto: (c) thinkstock