standesamtlich heiraten

Standesamtliche Hochzeit: So funktioniert die gesetzliche Trauung

Pin It

Die standesamtliche Hochzeit ist das bürokratische Fundament einer Ehe. Zumindest in Deutschland. Wie sie funktioniert und was du darüber wissen solltest, erfährst du hier.

Mit der standesamtlichen Trauung wird die Ehe in Deutschland rechtsgültig. Das heißt, ihr seid nicht nur offiziell Ehemann und -frau, ihr genießt ab sofort auch alle Vorteile, die eine Ehe mit sich bringt. Die standesamtliche Trauung kann für sich alleine stehen oder mit einer anschließenden kirchlichen Hochzeit oder auch einer freien Trauung kombiniert werden. Das entscheidet ihr.

Standesamtlich heiraten: Das sind die ersten Schritte

Bevor der Termin offiziell feststeht, ist oft schon ein Großteil der Hochzeit geplant, die Gäste sind eingeladen, die Location ist gebucht. Mit eurem Wunschtermin könnt ihr ab sechs Monate vor der Hochzeit zum Standesamt gehen und euch dort anmelden. Solltet ihr schon einen Wunschtermin im Auge haben, meldet euch so früh wie möglich. Die Anmeldefristen können jedoch von Amt zu Amt variieren. Informiert euch darüber bei eurem zuständigen Standesamt, also dem Amt eures Wohnorts. Falls ihr nicht in der Nähe eures Wohnortes heiratet, meldet euch beim Amt am Wunsch-Hochzeitsort.

Zum Standesamt solltet ihr beide gemeinsam gehen. Ist einer von euch verhindert, kann auch eine schriftliche Vollmacht ausgestellt werden. Nehmt bei der Anmeldung eure vollständigen Unterlagen im Original oder beglaubigte Kopien mit.

Diese Dokumente braucht ihr, um standesamtlich heiraten zu können:

    • Personalausweise
    • beglaubigte Abschrift der Geburtsurkunden
    • Meldebescheinigungen
    • gegebenenfalls Geburtsurkunde der gemeinsamen Kinder
    • gegebenenfalls Heirats- und Sterbeurkunde vorangegangener Ehen beziehungsweise Abschrift aus dem Eheregister
    • gegebenenfalls Sterbeurkunde eines früheren Partners
    • gegebenenfalls Aufenthaltsgenehmigung
    • gegebenenfalls Nachweise der Staatsangehörigkeit
standesamtlich heiraten
© vivanty/ iStock

So verläuft die standesamtliche Trauung

Standesamtlich heiraten dauert gerade mal 20 bis 30 Minuten und verläuft nach einem klaren Muster. Das kann aber je nach Wunsch etwas ausgedehnt werden. Diese Punkte stehen fest:

Der Standesbeamte bespricht beim Termin den Ablauf der Trauung und eventuelle Wünsche und Details mit euch. Dazu gehört die Frage, welche(n) Namen ihr in Zukunft tragen möchtet und ob er während der Ansprache auf private Details eingehen soll.

  • Aufnahme der Personalien
  • Traurede
  • Frage, ob ihr einander heiraten möchtet
  • Tausch der Ringe (wenn gewünscht)
  • Lesung des Protokolls zur Trauung
  • Unterschreiben der Heiratsurkunde

Die standesamtliche Trauung beginnt in der Regel mit der Rede des Standesbeamten. Darin spricht er über das Brautpaar. Anschließend wird die Namensfrage geklärt, also gefragt, welche(n) Namen ihr ab sofort tragen möchtet. Falls ihr vorher entschieden habt, das einer den Namen ablegt und den des anderen annimmt, kann das hier auch spontan geändert werden. Ihr unterschreibt anschließend ein Dokument über die Namensführung.

Nach den Formalia geht es an die richtige Trauung. Der Standesbeamte fragt euch nun einzeln, ob ihr einander heiraten möchtet. Nach dem „Ja“-Wort erklärt er euch „zu Mann und Frau“ (oder „Mann und Mann“). Im Anschluss an den Brautkuss tauscht ihr die Ringe. Nach dem kurzen romantischen Teil verliest der Standesbeamte das Protokoll der Eheschließung, das ihr im Anschluss unterschreibt. Das war es dann auch schon.

standesamtlich heiraten
© simonkr/ iStock

Standesamtliche Hochzeit: Ideen, um sie aufzupeppen

Standesamtlich heiraten ist euch zu wenig, aber auf Kirche oder eine zweite freie Trauung habt ihr keine Lust? Es gibt einige Dinge, die ihr tun könnt, um eure standesamtliche Trauung weniger bürokratisch und sehr viel persönlicher zu gestalten. Sprecht im Vorgespräch eventuelle Wünsche ab. Viele Standesbeamte sind gern bereit, diese zu ermöglichen.

Musik:
Ihr könnt eure gesamte Trauung zum Beispiel musikalisch untermalen lassen. Kommt mit Musik in den Saal, spielt vielleicht ein Stück zwischendrin oder lasst euch auch von Musik hinaus geleiten. Die Musik kann sowohl vom Band (CD, Smartphone) kommen, als auch live gespielt werden.

Trausprüche:
Ehegelübde sind kein Muss, können aber ein schönes, sehr persönliches Element einer Trauung sein. Wenn ihr möchtet, könnt ihr diese sehr persönlichen Eheversprechen auch in den Prozess einer standesamtlichen Trauung integrieren.

Traurede:
Auch die Rede des Standesbeamten wird von euch mitgestaltet. Nennt dem Beamten, der euch traut, Dinge, die euch verbinden, und erzählt die jeweiligen Lebenswege. So kann auch der bürokratische Teil der Hochzeit sehr romantisch und individuell werden.

Blumenkinder:
Eine weitere schöne Tradition sind Blumenkinder. Bestimmt gibt es im Freundeskreis oder der Familie das eine oder andere Kleinkind, das Lust hat, Blumen zu streuen. Klärt nur vorher mit dem Standesamt ab, ob das auch erlaubt ist.

Trauzeugen:
Ihr müsst sie heute bei der standesamtlichen Trauung nicht mehr dabei haben. Viele Paare wünschen sich aber weiterhin zwei Trauzeugen, die mit ihnen vorne sitzen und ihre Liebe bezeugen.

Wie teuer ist eine standesamtliche Hochzeit?

Im Schnitt bezahlt ihr für eine standesamtliche Trauung in Deutschland zwischen 50 und 100 Euro. Der tatsächliche Betrag kann je nach Bundesland variieren. Das gilt, wenn ihr beide deutsche Staatsangehörige seid. Hat einer von euch beiden keinen deutschen Pass, können die Kosten auch höher ausfallen. Für Hochzeiten an einem Samstag zahlt ihr in der Regel einen Aufschlag. Dann solltet ihr zwischen 70 und 200 Euro für die Trauung einplanen.

Headerbild: © francescomoufotografo/ iStock