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Geburt

Krankenhaus, Geburtshaus oder Hausgeburt? Drei Mütter erzählen von ihren Erfahrungen

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Ob du dein Kind im Krankenhaus oder im Geburtshaus zur Welt bringen sollst oder doch eine Hausgeburt bevorzugst, stellst du am besten fest, nachdem du alle drei Optionen einmal durchgespielt hast. Auch Erfahrungsberichte von Müttern, die das schon einmal erlebt haben, können dir dabei eine Hilfe sein.

Der Ort, an dem man sein Kind zur Welt bringt, sollte gut gewählt werden. Im Krankenhaus, im Geburtshaus oder als Hausgeburt – das Wichtigste ist, dass du dich wohlfühlst. Um möglichst viele wichtige Informationen zu sammeln, wie eine Geburt an den jeweiligen Orten vonstattengeht, kannst du dich im Internet auf den Websites der Institutionen belesen, dort anrufen und Termine zum Besichtigen und Kennenlernen vereinbaren. Über die Hausgeburt sprichst du am besten mit deinem Gynäkologen oder einer Hebamme.

Doch um einen echten Eindruck davon zu bekommen, wie es im Krankenhaus, im Geburtshaus oder bei einer Hausgeburt abläuft, sind authentische Erfahrungsberichte von Müttern immer noch am besten. Wir haben drei Frauen nach den Eindrücken ihrer Geburt gefragt:

Geburt im Krankenhaus: Melinda, 35, erzählt

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©gorodenkoff/iStock

Wann und wie hast du dich entschieden, dein Kind im Krankenhaus zu bekommen?

Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, stand für mich außer Frage, dass ich ins Krankenhaus gehe. Das war von Anfang an klar. Ich hatte relativ viel Respekt vor dem Kinderkriegen und der Geburt an sich, um nicht zu sagen Angst. Daher wollte ich in ein A-Level-Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik. Einfach zur Sicherheit, falls doch etwas passieren sollte.

Wie hast du dich auf die Geburt im Krankenhaus vorbereitet?

Ich habe von meinem Schwager, der bereits Vater ist, gehört, dass ich mich möglichst schnell um eine Beleghebamme kümmern soll. Wir haben auch echt Glück gehabt – erstens, weil wir schnell fündig geworden sind, zweitens weil sie sehr nett war und zu uns passte. Aber wir mussten ein kleines Hebammen-Casting machen, um auch wirklich die richtige Wahl zu treffen. Unsere Hebamme hat uns dann auch viel von der Planung abgenommen und Hilfestellungen gegeben – vor allem auch im Kontakt mit dem Krankenhaus.

Ich selbst habe mich mit einem Online-Kurs von Kristin Graf vorbereitet. Der heißt ‘Die friedliche Geburt’ und geht ein wenig in Richtung Hypnobirthing. Da wurden alle Schritte und Phasen der Geburt beschrieben, was mir total geholfen hat. Außerdem wurde da mit Meditation gearbeitet, was ich unter der Geburt auch tatsächlich angewandt habe. Ansonsten haben wir natürlich auch einen Geburtsvorbereitungskurs im Krankenhaus und einen Informationsabend dort für werdende Eltern mitgemacht. Das alles hat uns sehr geholfen. Dort wurden wir über alles aufgeklärt – auch über die Möglichkeit, eine Periduralanästhesie (PDA) unter der Geburt in Betracht zu ziehen.

Wie war der konkrete Ablauf beim Einsetzen der Wehen?

Einen Tag vor der Geburt meiner Tochter bekam ich gegen 19 Uhr Wehen und fing dann an, mir den Meditationspodcast anzuhören, den Kristin Graf empfohlen hatte. Als ich in einem Abstand von fünf Minuten Wehen hatte, riefen wir die Hebamme, die dann nach vier Stunden kam und den Muttermund untersuchte. Sie sagte uns, dass wir noch bis zum Morgen warten sollten, da der Muttermund noch nicht weit genug geöffnet war.

Morgens um 10 Uhr haben wir dann noch einmal die Hebamme angerufen und sind mit ihr ins Krankenhaus gefahren. Der Weg war kein Problem für mich. Wir sind dann sofort in den größten und komfortabelsten Kreißsaal gekommen und konnten erst einmal ankommen. Das Schöne war, dass wir die Hebamme ja schon kannten und uns gut verstanden haben. Wir waren ein eingespieltes Team mit der Hebamme und fühlten uns sehr wohl.

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Wie verlief die Geburt im Krankenhaus?

Ich war die meiste Zeit wirklich bei mir, hatte die Augen geschlossen und hab gut geatmet. Auch mit Unterstützung von Lachgas konnte ich die Geburt wirklich gut ertragen. Als die Fruchtblase dann geplatzt war, gingen die wirklich heftigen Wehen los und ich entschied mich bald dafür, eine PDA machen zu lassen. Das war auch der heftigste Teil der Geburt:

Der Arzt kam mit drei weiteren Leuten ins Zimmer und mein Freund musste rausgehen. Und obwohl die Oberschwester einen kleinen Plausch mit ihrer Kollegin über das Wetter hielt, während der Arzt die Punktion vornahm, konzentrierte ich mich auf das, was mir bevorstand und konnte den Eingriff gut wegstecken. Ich hätte allerdings gern meinen Freund bei mir gehabt, doch der hätte die Situation vielleicht nicht so gut ausgehalten wie ich.

Die PDA hat mir nur wenige Schmerzen genommen, aber der Muttermund war dann endlich weit genug geöffnet. Die Presswehen dauerten jedoch noch weitere zwei Stunden, bis meine Tochter dann endlich kam.

Wie hast du die ersten Momente nach der Geburt erlebt?

Ich war der erleichtertste Mensch, den es auf der Welt gibt. Als ich zum ersten Mal ihr Schreien gehört habe, war alles nur noch toll.

Als meine Tochter dann zur ersten Untersuchung abgeholt wurde, wurde festgestellt, dass nicht die komplette Plazenta in der Nachgeburt mit rausgekommen war, sondern ein Teil fehlte. So erschien erneut die komplette Ärzteschaft in meinem Zimmer. Der Oberarzt musste mit etwas Druck auf meinem Bauch noch etwas nachhelfen, damit sich auch der Rest der Plazenta löste. Als das geschehen war, konnte ich mich endlich auf das Wesentliche konzentrieren – meine Tochter.

Zwei bis drei Stunden nach der Geburt war ich dann auch endlich aus dem Kreißsaal raus und uns ging es gut. Und obwohl wir im geburtenstärksten Krankenhaus Deutschlands waren, bekamen wir tatsächlich um 23 Uhr noch ein Familienzimmer zugeteilt und hatten drei Tage Familienurlaub. Wir waren ja sowieso in einer anderen Welt.

Die Schwestern dort waren super und einfühlsam. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt. Das Essen war okay und das Zimmer war hell und schön. Aber in der zweiten Nacht dann wurde es unangenehm. Meine Tochter hörte nicht auf zu schreien und die Brust zu fordern und mir taten meine Brüste so weh. Ich wollte am liebsten wegrennen, als sie wieder trinken wollte. Aber die Ärzte haben uns auch da toll begleitet und die Kleine und mich beruhigt.

Würdest du anderen Frauen eine Geburt im Krankenhaus empfehlen? Würdest du es wieder dort machen?

Ja, ich würde das anderen Frauen unbedingt empfehlen, auch, wenn nicht alles nach Plan gelaufen ist. Aber welche Geburt verläuft schon nach Schema-F? Wir persönlich haben das als ein sehr gutes Erlebnis empfunden und uns dort gut aufgehoben gefühlt. Und ich würde das auch beim zweiten Kind wieder genauso machen – und nicht gleich nach der Geburt nach Hause gehen. Ich hätte dort einfach nicht in jeder Situation gewusst, was zu tun ist, ich hatte noch so viele Fragen und war unsicher im Umgang mit meinem Baby. Die Fragen konnten mir die Schwestern und Ärzte im Krankenhaus einfach zu jeder Zeit beantworten, sie haben mir die Ängste genommen. Es war richtig für uns, so wie es gelaufen ist. Es hat uns die Sicherheit gegeben, die wir als Paar brauchten.

Geburt im Geburtshaus: Rosana, 31, erzählt

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©kieferpix/iStock

Wann und wie hast du dich entschieden, dein Kind im Geburtshaus zu bekommen?

Nach dem ersten Termin bei meiner Frauenärztin haben mein Partner und ich über alle Möglichkeiten gesprochen. Es wurde uns beiden aber schnell klar, dass wir es möglichst natürlich haben wollten. Wir wollten keine beliebige Nummer im Krankenhaus sein, kein Paar von vielen, das womöglich auf einen Platz im Kreißsaal warten muss und dann von Personal betreut wird, das wir nicht kennen.

Da wir nur etwa 200 Meter von einem Geburtshaus entfernt wohnen, schauten wir uns das relativ bald an und waren positiv überrascht. Die Atmosphäre, die Hebammen und Räumlichkeiten sagten uns sehr zu und wir entschieden uns schon bald dafür, unsere Tochter hier auf die Welt zu bringen. Eine Hausgeburt war für uns keine Option, da wir es ein Stück weit professioneller und auch privater haben wollten – ohne Nachbarn, die alles mitbekommen.

Wie hast du dich auf die Geburt im Geburtshaus vorbereitet?

Ich musste mich nicht gesondert auf die Geburt vorbereiten. Viele der normalen Voruntersuchungen während der Schwangerschaft können auch im Geburtshaus vorgenommen werden. So geht man schon auf Tuchfühlung mit der Umgebung, wo später die Geburt ablaufen wird. Man fühlt sich nicht mehr fremd und kennt die Hebammen dort alle beim Namen. Auch den Geburtsvorbereitungskurs haben wir dort absolviert, lernten so viele andere Paare kennen, die bereits ihr Kind im Geburtshaus bekommen hatten oder das planten. So konnten wir auf einfachem Wege viele Erfahrungen hören und Eindrücke sammeln.

Kurz vor dem errechneten Geburtstermin packten wir eine kleine Tasche mit allem Nötigen: ein Nachthemd für mich, unsere Lieblings-CD, ein paar Snacks, Baby-Kleidung und Wechselwäsche für mich und meinen Freund.

Wie war der konkrete Ablauf beim Einsetzen der Wehen?

Ich bekam gegen sechs Uhr morgens Wehen und wartete so lange, bis sie sich in kurzen Abständen wiederholten. Dann weckte ich meinen Freund und rief die Hebamme an. Wir sollten ins Geburtshaus kommen, um untersuchen zu lassen, wie weit der Muttermund sich bereits geöffnet hatte. Aber von den nötigen acht bis neun Zentimetern war ich noch weit entfernt – und wir wurden wieder heimgeschickt mit dem Rat, uns zu stärken. Also nahm ich ein warmes Wannenbad und aß noch ein paar Brote mit Nutella, bis wir gegen 22 Uhr abends erneut ins Geburtshaus gingen, dann schon mit weitaus heftigeren Wehen.

Wir legten unsere Lieblings-CD ein und redeten noch relativ entspannt mit der Hebamme über Musik und Konzerte. Es dauerte noch weitere zwei Stunden, bis die Fruchtblase platzte und ich merkte, was richtige Schmerzen sind.

Wie verlief die Geburt im Geburtshaus?

Eine zweite und eine dritte Hebamme kamen dann dazu und assistierten. Unsere Beleghebamme gab mir alle erdenklichen Hilfestellungen, damit ich die Schmerzen gut aushalten und den Geburtsvorgang beschleunigen konnte. Ich bekam spezielle Tees und Wasser mit Kräutermischungen, die sich positiv auswirken sollten. Außerdem wurde mein Damm gedehnt durch warme Kompressen und ich bekam 20 Minuten lang eine spezielle Akupunktur. Ich nahm auch ein Bad in einer Geburtsbadewanne, doch das konnte ich nicht lange aushalten – mir war die Position einfach zu unangenehm.

Zwischendurch überlegten wir gemeinsam, ob ich ins Krankenhaus verlegt werden sollte, da ich das Gefühl hatte, die Schmerzen nicht mehr aushalten zu können, keine Kraft mehr zu haben, für das, was noch kommen sollte. Aber wir entschieden gemeinsam, dass ich das packen würde. Mein Freund war in jeder Situation dabei, arbeitete mit daran, dass unsere Tochter zur Welt gebracht wurde.

24 Stunden nachdem meine Wehen begonnen hatten, gingen die Herztöne meiner Tochter unter den Presswehen langsam runter, wurden schwächer. Daraufhin sagte mir die Hebamme, dass ein Dammschnitt die beste Möglichkeit wäre, jetzt schnell zum Ende zu kommen. Ich müsste nur noch einmal kräftig pressen und dann wäre sie da. Unter der letzten heftigen Presswehe setzte die Hebamme einen minimalen Schnitt an und meine Tochter war endlich da.

Wie hast du die ersten Momente nach der Geburt erlebt?

Meine Tochter wurde mir sofort auf die Brust gelegt und fing an zu saugen. Damit waren alle Anstrengungen und Schmerzen sofort vergessen. Mein Freund durchschnitt die Nabelschnur und durfte sie dann auch auf seiner nackten Brust halten. Während mein Freund und die Hebamme sie dann wuschen und wogen, kam die Nachgeburt raus und mein kleiner Dammschnitt wurde genäht. Danach ging ich mithilfe der Hebamme duschen, zog mir frische Sachen an und dann hatten wir Zeit zu dritt. Nach vier Stunden entschieden wir alle gemeinsam, dass es Zeit sei, nach Hause zu gehen.

Wir riefen ein Taxi, das uns die 200 Meter nach Hause fuhr, weil wir zwei natürlich entkräftet und etwas wackelig auf den Beinen waren. Nachdem wir im Schneckentempo die vier Stockwerke hoch in unsere Wohnung bewältigt hatten, konnten wir uns in unseren eigenen vier Wänden aneinander gewöhnen und waren sofort in unserer gewohnten Umgebung. Ich konnte nackt sein (es waren 30 Grad im Hochsommer), wenn ich wollte, und mich frei bewegen, ohne auf andere Patienten Rücksicht nehmen zu müssen. Wir konnten zu jeder Tages- und Nachtzeit machen, was wir wollten, und essen, was wir vorher besorgt hatten. Das ist schon sehr viel wert gewesen.

Die Hebamme kam am Tag der Geburt noch einmal abends vorbei, um nach dem Rechten zu schauen und unsere Fragen zu beantworten. In den folgenden zwei Wochen erschien sie dann täglich und erklärte uns alles, was wir wissen mussten. Sie war beim ersten Bad unserer Tochter dabei und nahm ihr das erste Mal Blut ab. Noch heute haben wir ein enges Verhältnis zu unserer Hebamme.

Würdest du anderen Frauen eine Geburt im Geburtshaus empfehlen? Würdest du es wieder dort machen?

Jede Frau, deren Schwangerschaft komplikationsfrei verläuft und die nicht allzu viel Angst vor der Geburt und möglichen Komplikationen hat, rate ich zu einer Geburt im Geburtshaus. Hier ist man an erster Stelle, es herrscht eine ruhige Atmosphäre und kein Krankenhausbetrieb. Sollte etwas Unvorhergesehenes eintreten, wird man sofort in eine Klinik verlegt. Es gibt immer genug andere Hebammen, die mithelfen können, und die Örtlichkeit ist darauf ausgerichtet, den Familien ein tolles Geburtserlebnis zu bescheren. Ja, ich würde auch mein zweites und jedes weitere Kind in einem Geburtshaus bekommen.

Hausgeburt: Amélie, 29, erzählt

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©Jodi Hall Photography/iStock

Wann und wie hast du dich entschieden, dein Kind zu Hause zu bekommen?

Ich habe vor meiner ersten Schwangerschaft weder von dem Thema Hausgeburt “gewusst” noch mich mit diesem Thema beschäftigt. Dann war ich schwanger und für die aktuelle Situation in der 13./14. Woche relativ spät dran, mich um eine Hebamme zu kümmern. Ich fragte an vielen Stellen nach und – für mich nun die beste Hebamme der Welt – Katrin Rosenthal hatte Zeit und Kapazitäten frei. Wir wurden zum Kennenlerngespräch in ihre Gemeinschaftshebammenpraxis eingeladen und wir redeten lange miteinander. Als es zu dem Thema Geburt kam, fragte ich nach, ob sie denn auch als Beleghebamme oder in einem Geburtshaus arbeiten würde – denn davon hatte ich schon gehört und konnte es mir vorstellen. Dann sagte sie – und ich werde die Worte nie vergessen – sie mache nur noch schöne Sachen, nur noch Hausgeburten, und wir sollten uns doch mal überlegen, ob wir uns mit ihr so was Schönes auch vorstellen könnten.

Mit diesen und vielen anderen Informationen fingen wir dann an, uns umzuhören und ich realisierte in Gesprächen, dass auch der jüngere Bruder meines Freundes zu Hause geboren wurde und auch die drei Kinder der Stiefmutter meines Freundes alle Hausgeburten waren. Die Berichte und Erzählungen darüber interessierten und faszinierten mich sehr. Zusammen mit diesen durchweg positiven Erfahrungsberichten, der engen und wundervollen vertrauensvollen Betreuung meiner Hebamme, wurde die Vorstellung einer Hausgeburt für uns immer realistischer und klarer. In den letzten Wochen vor der Geburt war dann klar: Wir machen das! Und als sich dann herausstellte, dass der errechnete Geburtstermin sich nach hinten verschieben würde, wurde ich fast schon nervös, dass es zu Hause nicht klappen könnte, denn jetzt wollte ich es unbedingt.

Wie hast du dich auf die Hausgeburt vorbereitet?

Meine Hebamme hat mich umfassend auf diese Hausgeburt vorbereitet. Dabei berichtete sie über Abläufe, wichtige Utensilien und gab uns wichtige Listen, was wir alles brauchen würden – auch ein fahrtüchtiges Auto. Sollte nämlich die Hebamme entscheiden, dass die Geburt doch im Krankenhaus weiterlaufen muss, ist es wichtig, dass man dann auch losfahren kann. Diese Entscheidung trifft sie nämlich frühzeitig, sodass eine “normale” Fahrt noch möglich ist. Ich musste auch frühzeitig einen gepackten Koffer bereitstehen haben, gefüllt mit allen wichtigen Dingen, die man bei einer Geburt im Krankenhaus dabeihaben sollte, damit ich auch für diesen Fall vorbereitet war. Auch wir haben uns natürlich bei einem Krankenhaus unserer Wahl angemeldet und vorgestellt. Und auch unsere Hebamme wusste, in welches Krankenhaus wir fahren möchten, wenn es so sein sollte.

Außerdem beantwortete unsere Hebamme alle wichtigen Fragen, ging auf Sorgen ein und erklärte bereitwillig immer wieder gern alles, was wir wissen wollten. Darüber hinaus habe ich einen Geburtsvorbereitungskurs bei ihr gemacht und dabei auch noch mal alles Wichtige zu Atemtechniken, dem Ablauf sowie Vor- und Nachbereitung einer Geburt gelernt.

Wichtig war auch der gefüllte Kühlschrank mit allem, was mir besonders guttut und mich stärkt. Ich entschied mich für Bananen und Snickers!

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Was unterscheidet eine Hausgeburt von einer Geburt im Krankenhaus oder Geburtshaus?

In jedem Fall muss die ausgewählte Hebamme eine sein, die Hausgeburten macht. Das bedeutet, sich für einen gewissen Zeitraum speziell versichern lässt. Meine Hebamme selbst ist umfassend ausgestattet mit allem, was man auch bei einer “normalen” Geburt im Krankenhaus braucht. Sie misst meinen Blutdruck und hat auch ein Herztonmessgerät fürs Baby dabei, womit sie regelmäßig kontrollieren kann, wie es dem Baby geht. Im Falle von einer Verlegung ins Krankenhaus gibt es Wehenhemmer, die sie verabreichen kann.

Wir sind bei der ersten Geburt zu Hause (unser zweites Kind kam auch daheim mit derselben Hebamme) grundsätzlich mit der Haltung rangegangen, wir starten einfach hier in der Wohnung und gucken mal, was so passiert. Ins Krankenhaus fahren können wir ja immer noch! Dazu muss ich sagen, dass es insbesondere während meiner ersten Geburt nicht einen Moment gab, in dem ich mir gewünscht hätte, im Krankenhaus zu sein. Bei der zweiten Geburt war das dann sowieso kein Thema mehr.

Ab den letzten vier Wochen vor der Geburt bekamen wir von unserer Hebamme eine spezielle Rufnummer, unter der sie für uns rund um die Uhr erreichbar war. Das ist besonders dann wichtig, wenn die ersten Wehen losgehen und man sich – insbesondere bei der ersten Geburt – unsicher ist, wie diese nun einzuschätzen sind.

Unter der Geburt sind dann zwei Hebammen dabei. Denn wenn absehbar ist, dass es nun in der nächsten halben Stunden so richtig losgeht, ruft die Hebamme eine weitere Bereitschafts-Hausgeburtshebamme hinzu. Das muss nicht immer so sein. Bei meiner zweiten Geburt habe ich darauf verzichtet. Schön war jedoch, dass die dazugerufene Hebamme die Möglichkeit hatte, wirklich schöne Fotos von der Geburt zu machen, da sie von uns allen “am wenigsten” zu tun hatte.

Auch die umfassende Betreuung nach der Geburt übernimmt die Hebamme. Sie versorgt mich allumfassend, kann also auch kleinere Wunden und Risse nähen, die unter der Geburt entstanden sind, und sie langfristig versorgen. Sie versorgt das Baby und führt auch die erste Untersuchung durch.

Wie war der konkrete Ablauf beim Einsetzen der Wehen?

Beide Male fingen nachts bei mir die Wehen leicht an und steigerten sich langsam. Dann stieg ich immer erst in die Badewanne, denn Wehen werden in der Badewanne eher stärker, und so wusste ich dann genau, dass es nun doch Wehen sind. Ich orientierte mich daran, in welchen Abständen die Wehen kamen. Bei der ersten Geburt rief ich deutlich zu früh an, bei der zweiten sollte ich aber rechtzeitig anrufen, empfahl die Hebamme, weil diese doch deutlich schneller gehen könne.

Bei beiden Geburten kam die Hebamme dann frühzeitig und ich fühlte mich mit ihrem Eintritt in die Wohnung einfach nur sicher und geborgen. Sie kannte mich, sie kannte meine Schwangerschaft, sie kannte mein Baby, sie wusste Bescheid.

Wie verlief die Hausgeburt?

Die Hebamme fing an, all ihre Sachen auszupacken und zu ordnen, die sie in den nächsten Stunden brauchen würde. Sie untersuchte mich, um zu ertasten, um wie viel Zentimeter mein Muttermund schon geöffnet war. Dann ließ sie mich in Ruhe und beobachtete nur. Dabei notierte sie viel im Geburtsablaufplan, den man im Nachhinein ausgehändigt bekommt. Sie unterstützte mich bei den Wehen, gab mir alle nur möglichen Hilfestellungen, gab Anweisungen für die richtige Atmung, baute mich auf, redete mir gut zu und gab auch alle wichtigen Anweisungen an meinen Partner weiter.

Sie empfahl mir das Sitzen auf dem Gymnastikball während der Wehen und brachte mich auch zwischendurch noch mal in die Badewanne, da sie wusste, dass diese mir wieder Kraft geben und die besonderen Spitzen der Wehen dämpfen konnte. Dann rief sie irgendwann die zweite Hebamme hinzu und ich wusste, dass es nun doch bald ernst wird. Sie probierten verschiedene Positionen für die Pressphase aus, entsprechend der Herztöne des Babys. Am Ende lag ich seitlich auf der Couch.

Und gerade in dieser Phase haben mir die klare Ansprache und die genaue Führung meiner Hebamme sehr geholfen. Sie hat mir genau gesagt, wann ich pressen soll und auch wie. Sie hat mich angefeuert und mir Mut gemacht. Ich durfte das Köpfchen fühlen und war gleichzeitig völlig fertig und total motiviert. Und dann war es irgendwann geschafft und es folgte eine ganz besondere Zeit, wie ich sie so sehr schätze und nicht missen möchte.

Übrigens: Bei meiner zweiten Geburt hatte ich auch einen Geburtspool im Wohnzimmer stehen. Den kann man sich leihen, baut ihn rechtzeitig ein paar Tage vorher auf und probiert das Auffüllen des Wassers aus. Ich saß dann eine lange Zeit während meiner Wehen im warmen Wasser und es hat mir sehr geholfen. Für die eigentliche Geburt wollte ich persönlich wieder aus dem Pool heraus. Aber man kann sein Kind auch darin bekommen.

Wie hast du die ersten Momente nach der Geburt erlebt?

Ich durfte als Erste mein Baby hochnehmen und auf meine Brust legen. Dann war erst mal Ruhe. Verschmiert auf meiner Brust, zugedeckt mit warmen Handtüchern, die vorher im Backofen warm gemacht wurden, lernten wir uns kennen. Für mich und meinen Partner blieb die Zeit ein bisschen stehen. Dann kam die Nachgeburt. Bei mir war das völlig unproblematisch. Die Hebamme betrachtete die Nachgeburt genau, ob auch alles herausgekommen ist und nichts fehlte. Dann wurde in Ruhe von meinem Partner die Nabelschnur durchgeschnitten. Die Hebammen räumten wie fleißige Bienen um mich herum alles auf, sodass das Wohnzimmer ordentlicher aussah als vorher.

Nach einiger Zeit halfen mir die Hebammen, das Baby Richtung Brust zu legen, um mit dem ersten Saugen zu beginnen. Währenddessen untersuchte sie meine Vagina. Beide Male musste noch etwas Kleines genäht werden. Das war unangenehm, aber okay. Dann begleitete mich meine Hebamme Richtung Dusche und half mir, da ich ja noch etwas wackelig auf den Beinen war. Frisch geduscht mit einer riesigen Binde in der Hose und eingehüllt in meinen Bademantel lag ich dann bald wieder auf der Couch, während das Baby in Ruhe untersucht, gemessen und gewogen wurde.

Wie ging es nach der Geburt weiter?

“Wenn alle versorgt sind und erst einmal keine Fragen mehr offen sind, geht die Hebamme nach diesem großartigen Werk nach Hause und kommt am selben Tag aber noch mal wieder. Bis dahin haben sich dann – insbesondere beim ersten Kind – wieder einige Fragen ergeben. Sie guckte sich noch mal das Baby an, beantwortete alle Fragen, guckte sich meine Vagina an, gab mir hilfreiche Tipps für die ersten Toilettengänge und vor allem vermittelte sie uns Ruhe und Selbstsicherheit im Umgang mit unserem kleinen Baby.

In der ersten Woche nach der Geburt kam sie zweimal täglich zu uns. Dann, wenn das nicht mehr nötig ist, nur noch einmal täglich und nach zwei Wochen – oder je nach Bedarf – im Abstand von einigen Tagen. Der Besuch von ihr wurde immer sehnsüchtig erwartet und danach fühlten wir uns immer sehr viel besser!

Für die darauffolgende Untersuchung des Babys (U2) kam der Kinderarzt zu uns nach Hause. Wir konnten also in unserer kleinen Welt bleiben.

Würdest du anderen Frauen eine Hausgeburt empfehlen? Würdest du es wieder machen?

Ich kann mir nichts anderes als eine Hausgeburt vorstellen. Und ich würde sie auch immer empfehlen, aber auf keinen Fall aufdrängen. Ganz entscheidend ist dabei auch das Verhältnis zur Hebamme. Man muss ihr vertrauen und sich geborgen fühlen. Entscheidend ist für mich auch, dass sich die werdenden Eltern beide zu 100 Prozent dafür oder dagegen entscheiden. Ich kann natürlich nicht viel über den Ablauf im Krankenhaus sagen, aber insbesondere während einer Hausgeburt ist der Partner zu 100 Prozent auch gefragt und hilft mit.

Für mich bedeutet Hausgeburt, eine Geburt so wie mein Körper sie braucht. Dabei habe ich die Zeit, die ich brauche, und meine Hebamme ist ohne Unterbrechung für mich da. Sie kennt mich, meinen Körper und auch mein Baby. Sie ist so aufmerksam, dass sie frühzeitig Veränderungen registriert und in jedem Fall rechtzeitig entscheidet, wann eine Geburt doch ins Krankenhaus verlegt werden muss. Und ich bin zu Hause. Ich muss mir kein Zimmer teilen. Es sind die Geräusche, die das Baby kennt, es sind vertraute Gerüche, keine Autoschale in den ersten Tagen, einfach direkt zu Hause!

Dazu eine Anmerkung: Ich hatte wirklich zwei gute und schöne Geburten. Alles hat geklappt, alles ist gut verlaufen. Ich würde immer wieder meine Kinder zu Hause gebären. Trotzdem ist eine Geburt für mich das schmerzhafteste Ereignis, was es gibt – einfach unglaublich. Bei beiden Malen war ich einfach nur froh, es geschafft zu haben und unglaublich stolz auf mich und meinen Körper!

Ich hoffe, es entscheiden sich immer mehr Paare für eine Hausgeburt, denn ich habe viele schlimme Geschichten zu Krankenhausgeburten gehört, aber noch nie hat jemand es bereut, zu Hause entbunden zu haben – und ich kenne auch keine dramatische Geschichte dazu!

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