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Geburt

Heiraten, weil ein Kind kommt? Das sind mögliche Vor- und Nachteile

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©GoodLifeStudio/iStock

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Romantik hin oder her – viele Paare stehen bei der Familiengründung vor einer großen Entscheidung: Sollen sie heiraten, weil ein Kind kommt? Was dafür oder dagegen sprechen könnte, erfährst du hier.

Ein Baby kann nicht nur das Leben, sondern auch eine Beziehung verändern. Viele werdende Eltern stehen während der Schwangerschaft vor einer großen Entscheidung: Sollen sie heiraten, weil ein Kind kommt? Welche möglichen Vor- und Nachteile der Bund fürs Leben in so einer Situation mit sich bringen kann, wollen wir hier gemeinsam erörtern.

Im 21. Jahrhundert werden traditionelle Familien- und Liebesmodelle ja immer mehr aufgebrochen. Dass ein unverheiratetes Paar ein gemeinsames Kind bekommt, ist deswegen weder ein Tabu noch ungewöhnlich. Und trotzdem ist die Hochzeit bei vielen Liebenden ein Thema, sobald der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis anzeigt. Hinter der Überlegung, zu heiraten, weil ein Kind kommt, stecken viele verschiedene Gründe. Unter anderem können bestimmte Wertvorstellungen oder finanzielle sowie steuerliche Vorteile eine Rolle spielen.

Heiraten, weil ein Kind kommt: Finanzen und Steuern

Bei Geld hört die Freundschaft auf, lautet ein altes Sprichwort. Aber gilt das auch für die Liebe? Es ist jedenfalls kein Geheimnis, dass eine Heirat, wenn ein Kind kommt, auch finanziell bedeutend sein kann. Der Freibetrag bei Schenkungen zwischen Ehepartnern liegt zum Beispiel bei bis zu 500.000 Euro. Das stellt einen deutlichen Unterschied zu Paaren dar, die eben nicht verheiratet sind – für sie gilt ein Freibetrag von bis zu 20.000 Euro.

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Auch Finanzen und Steuern spielen eine Rolle, wenn es um die Entscheidung einer Eheschließung geht. ©Geber86/iStock

Und dann wäre da der Mythos Steuern, der wie eine geheimnisvolle Wolke über einer Hochzeit aufgrund der Schwangerschaft schwebt. Haben Eheleute nun steuerliche Vorteile oder nicht? Hier kommt es tatsächlich auf die Umstände an. Wenn einer der beiden Ehegatten ein weitaus höheres Einkommen hat, kann das sogenannte Ehegattensplitting durchaus einen steuerlichen Vorteil mit sich bringen. Hierbei wird eine gemeinsame Steuererklärung der Ehepartner abgegeben, die steuerlich wie eine Person behandelt werden.

Die Einnahmen der Ehepartner werden zusammengerechnet und halbiert – die Einkommensteuer wird dann über den gesplitteten Betrag ermittelt. Das Ergebnis wird verdoppelt und bildet den Betrag, den das Ehepaar gemeinsam zahlen muss. Dieser könnte durchaus niedriger als bei einzelnen Einkommensteuern sein. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass diese Rechnung nicht immer aufgeht. Wenn die Eheleute ähnliche Einkünfte erwirtschaften, sind die steuerlichen Unterschiede bei Steuerklasse I oder Steuerklasse IV nur gering.

Heiraten, wenn ein Baby kommt – wegen dem Sorgerecht?

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Verheiratete Paare teilen sich das Sorgerecht automatisch. ©StefaNikolic/iStock

Die Entscheidung, zu heiraten, weil ein Kind kommt, mag gut überlegt sein. Für Männer könnte hierbei auch das Thema Sorgerecht eine Rolle spielen. Denn dieses erhält eigentlich die Kindesmutter ganz automatisch, sofern die Vaterschaft nicht vor der Geburt beim Jugendamt offiziell beurkundet wurde. Bei einer Ehe sieht das Ganze schon anders aus. Hierbei haben nämlich beide Elternteile das Sorgerecht inne. Sollte es zu einer Scheidung kommen, wird es auf Mutter und Vater aufgeteilt. Allerdings kann auch mit einem Gerichtsbeschluss dagegengewirkt werden.

Ein gemeinsames Sorgerecht ist übrigens nicht nur emotional bedeutend. Teilen es sich die Elternteile, können sie sich viel Bürokratie sparen und einen einfacheren Umgang mit der Kita, dem Kinderarzt usw. sicherstellen.

Der Nachname hat Konfliktpotenzial

Für manche mag es nur eine Formalie sein, für andere ein Grund, um zu heiraten, wenn ein Kind kommt. Es geht um den Nachnahmen für das Baby, der sich bei unverheirateten Paaren eben von einem Elternteil unterscheidet. Aber welchen Namen soll es denn erhalten? Die Frage könnte zu Konflikten führen! Ist das Paar nicht verheiratet, bekommt der Nachwuchs in der Regel den Namen der Mutter, weil sie ja automatisch das Sorgerecht hat. Soll das Kind allerdings den Namen des Vaters tragen, muss das vor der Geburt oder spätestens drei Monate danach festgelegt werden. Bei verheirateten Partnern, die sowieso denselben Familiennamen tragen, gibt es von vornherein kein Problem.

Heiraten, weil ein Kind kommt: Unterhalt

Wer möchte sich schon in einer Beziehung über eine mögliche Trennung Gedanken machen? Doch bei der Frage, ob wirklich geheiratet werden soll, weil ein Kind kommt, sollte auch über den Unterhalt gesprochen werden. An dieser Stelle ist allerdings anzuerkennen, dass Kinder vor dem Gesetz gleichgestellt sind. Das Beziehungsverhältnis, aus dem sie stammen, spielt keine Rolle. Sofern die Vaterschaft des Mannes anerkannt ist, hat ein minderjähriges Kind bei einer Trennung ein Recht auf einen Unterhalt von beiden Elternteilen.

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Unverheiratet oder verheiratet: Was passiert im Ernstfall?

Man muss es ganz deutlich aussprechen: Verheiratete Paare haben im Ernstfall definitiv Vorteile gegenüber unverheirateten Paaren. Im Krankenhaus würden zum Beispiel nur Eheleute Informationen über einen Operationsverlauf und den gesundheitlichen Zustand des Partners bekommen, weil sie als nächste Angehörige gelten. Wenn kein spezielles Testament vorliegt, können sich verwitwete Eheleute bei einem Todesfall auf einen automatischen Pflichtanteil verlassen und zudem eine Hinterbliebenenrente beantragen. Bei Kindern werden in solchen Fällen aber keine Unterschiede gezogen. Wenn es um das Erbe oder die Halbwaisenrente geht, spielt der Beziehungsstatus der Eltern keine Rolle.

Aus Liebe heiraten, wenn ein Kind kommt

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Die Liebe ist meist der entscheidende Faktor, wenn es um eine Heirat geht. ©Pekic/iStock

Auch im modernen Zeitalter ist die Liebe meist der entscheidende Faktor, wenn es um eine mögliche Ehe geht. Ist das Feuer allerdings schon davor erloschen, sind Konflikte vorprogrammiert. Denn ein Kind sollte nicht der alleinige Grund sein, was zwei Menschen zusammenhält. Solltest du schon vorab Zweifel oder ein ungutes Gefühl haben, ist es wichtig, sich nichts vorzumachen und nicht nur einen Schritt zu wagen, weil er vielleicht die einen oder anderen Vorteile mit sich bringt. Sonst steuert man sich selbst schnell ins Unglück.

Stimmt aber das Gefühl, spricht absolut nichts dagegen, zu heiraten, wenn ein Kind kommt. In diesem Fall bringt der Bund fürs Leben viele emotionale Vorteile mit sich – zwei Menschen entscheiden sich nämlich bewusst dafür, dass sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen und eine Familie sein wollen. Sie geben sich ein Versprechen und erleben die Hochzeit viel intensiver, als wenn Formalien entscheidend waren. Klar, diese und mögliche Eventualitäten sollten vorab unbedingt besprochen werden. Aber sie sind eben nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist und bleibt die Liebe. Und ob dieses alles ist, was zählt, muss letztendlich jedes Paar ganz individuell für sich entscheiden.

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