Taufkerze

Die perfekte Taufkerze: Individuell oder klassisch?

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Eine Taufkerze, die zur feierlichen Zeremonie brennt, wird von den Gästen oft eher am Rande wahrgenommen. Doch für Eltern und Taufpaten ist sie ein besonders wichtiges Accessoire. Das müsst ihr dazu wissen.

In der katholischen Taufliturgie ist das Entzünden der Taufkerze ein traditioneller Bestandteil, der nicht wegzudenken ist. Auch in der evangelischen Kirche etabliert sich die Taufkerze immer mehr, wenngleich sie ursprünglich kein fester Teil der Taufzeremonie war. Was hat es mit dem Ritus rund um die Taufkerze überhaupt auf sich? Und was sollte man bei der Wahl der Kerze beachten? Im Folgenden geben wir euch Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Taufkerze
©iStock

Welche Bedeutung hat die Taufkerze?

In der Bibel heißt es, Jesus sagte einst: “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben” (Joh 8,12). Basierend darauf steht die Taufkerze im christlichen Glauben für das Licht Christi. Zu Beginn der Taufzeremonie wird die Taufkerze von einer ausgewählten Person wie einem Elternteil oder einem Taufpaten an der Osterkerze in der Kirche entzündet. Das Licht Jesu soll das Kind fortan im Leben begleiten. Die Taufkerze symbolisiert zudem allgemein Wärme und Geborgenheit.

 

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Was macht eine Kerze zur Taufkerze?

Auf einer Taufkerze sollten folgende Angaben unbedingt zu finden sein: der Name des Täuflings und das Taufdatum. Ansonsten sind der Fantasie bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt.

Wie groß sollte eine Taufkerze sein?

Eine feste Vorgabe, wie groß die Taufkerze sein muss, gibt es nicht. Früher galten lange, schlanke Kerzen mit den Maßen 40 x 4 cm als Standard. Mit dieser klassischen Variante kann man auch heute nichts falsch machen. Mittlerweile geht der Trend aber zu massiveren Exemplaren mit deutlich größerem Durchmesser, zum Beispiel mit den Maßen 25 x 7 cm. Auch oval geformte Kerzen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Der Vorteil: Eine massivere oder ovale Taufkerze bietet mehr Platz für eine kreative Gestaltung, außerdem ist die Brenndauer länger, je massiver die Kerze ist. Die Faustregel: Handelsübliche Altarkerzen von guter Qualität brennen mit einem Durchmesser von rund sieben Zentimetern innerhalb von drei Stunden auf etwa einen Zentimeter herunter.

Wann muss ich mich um eine Kerze kümmern?

Sobald das Taufdatum feststeht, sollte man sich überlegen, ob man die Kerze selbst gestalten möchte oder ob man sie professionell in einem Kerzenstudio anfertigen lassen will. Ist Letzteres der Fall, sollte den Künstlern unbedingt genügend Zeit eingeräumt werden. Je nach Kerzenatelier kann die Anfertigungszeit zwischen zwei Wochen oder gar zwei Monaten schwanken. Das “Projekt Taufkerze” sollte also möglichst zeitig in Angriff genommen werden. In zahlreichen Online-Kerzenshops könnt ihr die Taufkerze virtuell selbst gestalten und anschließend anfertigen lassen. Vergesst dabei auf keinen Fall, auch einen passenden Untersetzer für die Kerze zu kaufen.

Taufkerze
@Birgit Korber/ iStock

Ein echtes Unikat: die Taufkerze selbst gestalten

In Kerzenshops, einem gut sortierten Bastelbedarf oder im Internet kann man alles kaufen, was man zum Verzieren einer Taufkerze braucht. Auf bunten Wachsplatten können nach Lust und Laune Lieblingsmotive, Buchstaben und Zahlen aufgemalt werden. Anschließend vorsichtig mit einem Messer ausschneiden und sanft auf den Kerzenrohling aufdrücken. Selbst wer künstlerisch weniger begabt ist, muss nicht davor zurückschrecken, die Taufkerze selbst zu gestalten. Es gibt eine schier endlose Auswahl an fertig ausgestanzten Wachsmotiven. So kann jeder ganz leicht ein echtes Kerzen-Unikat herstellen. Wer es gerne besonders verspielt mag, kann die Taufkerze auch noch mit Perlen, Glitzersteinen, kleinen Muscheln oder Schleifchen verzieren.

 

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Die Symbole und ihre Bedeutung

Taufkerzen mit traditionell christlichen Symbolen wie einem Kreuz, Fischen oder einem Regenbogen zu verzieren, ist keinesfalls ein Muss. Vor der Gestaltung der Taufkerze lohnt es sich jedoch, sich über die Bedeutung der Motive zu informieren. Hier eine kleine Übersicht:

  • Kreuz: Das Kreuz ist eines der wichtigsten und bekanntesten Symbole des Christentums. Es erinnert an das Leiden und die Auferstehung Jesu Christi, der am Kreuz für die Menschen gestorben ist, und symbolisiert damit gleichzeitig Erlösung und Hoffnung
  • Wasser: Auf vielen Taufkerzen finden sich Wellen, die Wasser darstellen sollen. Passend zur Taufzeremonie steht Wasser für Reinigung, Reinheit und den Beginn allen Lebens. Nicht umsonst wird der Täufling mit Wasser benetzt.
  • Taube
    Die Taube steht im christlichen Glauben für den heiligen Geist. Im Markusevangelium 1,10 steht, dass “der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam”, als Jesus von Johannes dem Täufer im Jordan getauft wurde. Auch fernab des Christentums ist die Taube ein Symbol des Friedens.
  • Fisch: Die frühen Christen nutzen die eucharistischen Fische als geheimes Erkennungszeichen. Bis heute sind die Fische ein Zeichen der Zugehörigkeit zur christlichen Glaubensgemeinschaft.
  • Lebensbaum: Schon in der Paradiesgeschichte wird der “Baum des Lebens” erwähnt. Der Baum symbolisiert ständige Veränderungen, Wachstum, Vergehen, Reife und das ewige Leben.
  • Regenbogen: Laut der Bibel ließ Gott zum Ende der Sintflut einen Regenbogen am Himmel erscheinen. Der bunte Regenbogen soll die Verbindung zwischen Himmel und Erde sowie zwischen Gott und den Menschen ausdrücken.

Und nach der Taufe?

In manchen Kirchengemeinden ist es üblich, dass die Taufkerze später auch als Kommunionkerze genutzt wird. Informiert euch also vorab unbedingt bei eurer Gemeinde nach den Gepflogenheiten. Viele Eltern entscheiden sich dazu, die Taufkerze ihres Kindes als dekoratives Element einen Ehrenplatz in der Wohnung zuzuteilen. Dabei muss die Kerze keinesfalls auf einem Regal verstauben. Zu besonderen Anlässen wie Ostern, Heiligabend oder dem Geburtstag des Täuflings kann die Taufkerze gerne immer wieder für eine Weile angezündet werden.

Headerbild: ©Mindaugas Kurmis/ iStock