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Kinderparty vom Profi

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Die besten Tipps für einen gelungenen Kindergeburtstag kennt Daniela Schreck. Warum? Sie ist Profi und organisiert seit einigen Jahren professionell Kindergeburtstage.

KARTENMACHEREI : Wie sieht für Sie der perfekte Kindergeburtstag aus?

DANIELA SCHRECK: Zweieinhalb Stunden Spiel, Spaß, Ausgelassenheit und Leichtigkeit. Und: Wenig Stress für die Eltern.

KARTENMACHEREI: Blicken Sie einmal 20 Jahre zurück: Was hat sich am meisten verändert?

DANIELA SCHRECK: Das Statusdenken hat sich verändert. Früher wurde Würstelschnappen und Topfschlagen gespielt, es gab einen Kuchen, man hat fünf Kinder aus der Schule eingeladen und die haben für das Geburtstagskind gesungen. Sehr klassisch, aber nicht schlecht. Heute ist eine Kindergeburtstagsfeier umfangreicher und ausgefallener. Er ist für manche ein Statussymbol geworden: Mein Haus, mein Auto, mein Kindergeburtstag.

KARTENMACHEREI: Was kommt immer noch gut an?

DANIELA SCHRECK: Die Spieleklassiker: Drei- bis Vierjährige finden ein Bobbycar-Rennen oder Himmel und Hölle, mit Straßenkreide aufgemalt, super. Schnitzeljagd, Kinderdisco oder Schatzsuche sind für ältere Kinder perfekt. Mit den Themen Piraten für Jungs und Prinzessinnen für Mädchen liegt man meistens richtig. Wenn man eine Hüpfburg aufbaut, kann man alle anderen Beteiligten nach Hause schicken. Da bekommen Sie die Kinder nicht mehr runter.

„Der Kindergeburtstag ist für manche ein Statussymbol geworden.“

KARTENMACHEREI: Nennen Sie drei Dinge, die heute auf keiner Kinderfeier fehlen dürfen?

DANIELA SCHRECK: Süßigkeiten, Kuchen oder Muffins und möglichst viele Freunde. Die schönste Party wär’ nichts, wenn nur Mama und Papa mitfeiern würden. Immer Thema sind natürlich die Geschenke. Bei Größeren ist das relevanter. Bei Kleineren wird schnell ausgepackt und weiter gespielt. Da ist mehr Action und Bewegung angesagt.

KARTENMACHEREI: Was sind aktuell die coolsten Trends bei Kindergeburtstagen?

DANIELA SCHRECK: Im Moment sind Kinderdiscos hip. Wir bringen eine Licht- und Karaokeanlage mit, engagieren auch mal einen DJ. Wichtigste Vorgabe ist: keine Kindermusik. „Schnappi, das kleine Krokodil“ läuft nicht, sondern Sportfreunde Stiller oder Glasperlenspiel. Und die „Reise nach Jerusalem“ wird auch nicht gespielt. Es ist eben richtig Disko. Bei Jungs nicht totzukriegen ist das Motto Piraten. Bei den Kleineren sind aktuell Cars und Planes angesagt, bei den Größeren eine Formel-1-Party. Da bestellen wir für das Geburtstagskind einen Rennanzug, bringen Autoreifen und Absperrband mit, installieren riesige vier mal sechs Meter große Carrera-Bahn oder Go-Carts.

KARTENMACHEREI: Und die No-Gos?

DANIELA SCHRECK: Da muss ich länger überlegen. An meine organisatorischen Grenzen bin ich gestoßen, als wilde Tiere – am besten Affen und Papageien – gewünscht wurden. Das ist schwer bis gar nicht zu bewältigen. Dazu kommen unzählige Auflagen, was die Sache zu riskant macht. Sonst gibt es kein No-Go. Wenn sich die Kinder mit Matsch bewerfen oder sich wie ein Top-Model fühlen wollen. Für mich ist das okay, wenn es die Eltern mitmachen.

KARTENMACHEREI: Wo feiert es sich besser: drinnen oder draußen?

DANIELA SCHRECK: Prinzipiell ist es leichter, wenn man raus kann. Relativ kleine Kinder haben einen großen Bewegungsdrang. Wenn die Energie zu groß wird, geht man nach draußen und jeder rennt sich erst einmal die Seele aus dem Leib.

KARTENMACHEREI: Mit welchen Wünschen wenden sich Ihre Kunden an Sie?

DANIELA SCHRECK: Bis zum fünften Geburtstag sind es die Eltern, die sagen, was das Kind gut findet. Spätestens ab sechs bestimmen die Kinder selbst. Die wissen genau, was sie wollen. Sie schnappen im Kindergarten oder in der Schule Trends auf.

KARTENMACHEREI: Wie lange dauert es, bis eine Party organisiert ist?

DANIELA SCHRECK: Unterschiedlich. Eine Soccer-Party, bei der Profi-Spieler im Audi vorfahren und dann mit den Kindern eine Stunde Fußball spielen, Original-Trikots und Autogramme verteilen, ist natürlich aufwendig in der Planung. Genauso eine Schatzsuche, bei der die Route vor Ort erarbeitet werden muss. Schneller erstellt ist ein Konzept für eine Lillifee-Party.

KARTENMACHEREI: Was war die außergewöhnlichste Feier, die Ihr Team und Sie veranstaltet haben?

DANIELA SCHRECK: Eine Top-Model-Party für 14 Mädchen mit Hairdresser und Make-up-Artist. Das war irre. Wir haben eine Location gemietet, einen roten Teppich ausgerollt und einen Catwalk aufgebaut. Auch ein Gauklerfest mit Stelzenläufern, Drehorgelspielerin, Jongleuren, Pferden, Bungee-Trampolin war sehr extravagant.

„Pro Lebensjahr des Kindes ein Gast.“

KARTENMACHEREI: Ihre besten Tipps für Eltern, die den Geburtstag ihres Kindes selbst planen:

DANIELA SCHRECK: Grundlegend sollte sein: Pro Lebensjahr des Kindes ein Gast. Der größte Fehler ist, dass man sich übernimmt. Lieber klein anfangen. Macht man das selten, können zehn Kinder, die man nur vom Sehen kennt, leicht überfordern. Außerdem muss man sich lossagen von dem Zwang, dass alles durchgetaktet sein und strikt nach Plan ablaufen soll. Am besten entspannt bleiben und das machen, das den Kindern gerade Spaß macht. Auch von der Erwartungshaltung, dass es ein tolles Event sein muss, sollte man sich lösen. Oft sind die einfachsten Dinge, wie ein Luftballonspiel, höchst unterhaltsam.

KARTENMACHEREI: Wir bedanken und ganz herzlich für das interessante Gespräch.

Daniela Schreck ist Inhaberin von „Tollkids – die Kindergeburtstagsmacher“, die im Münchner und Salzburger Raum Kindergeburtstage für Vier- bis Zwölfäjährige professionell planen und durchführen. Ihre Philosophie: Den Geburtstag mit Spiel, Spaß und Ausgelassenheit zum Erlebnis werden lassen.