Brautpaar Hochzeit Tischgespräche

Wir wünschen beste Unterhaltung

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Wie kommen Ihre Hochzeitsgäste ins Gespräch und was können Sie als Brautpaar dazu beitragen, um peinliches Schweigen am Tisch zu verhindern? Wir haben Hochzeitsplanerin Kerrin Wiesener und Knigge-Experte Clemens von Hoyos gefragt. Und das sind ihre Tipps rund ums Thema Tischgespräche zur Hochzeit.

Auf einer Hochzeit wird aus zwei Familien eine. Dass sich nicht alle Verwandten und Freunde des Brautpaars vorher kennen, ist selbstverständlich. Damit Stimmung aufkommt und an den Tischen keine Langweile herrscht, können Sie laut Clemens von Hoyos, dem Vorstandsmitglied der Deutschen Knigge-Gesellschaft, folgendes tun: „Das Beste ist, wenn man die Gäste einander vorstellt.“ Nur den Namen zu erwähnen, reicht dabei aber nicht. Denn damit allein kann man meistens wenig anfangen.

„Es geht darum, Bezüge herzustellen und im besten Fall Gemeinsamkeiten zu finden“, erklärt Clemens von Hoyos. Zum Beispiel so:„Das ist Beate. Ich habe sie beim Mountainbiken kennengelernt und wir waren oft zusammen am Gardasee im Urlaub.“ Damit haben die anderen Gäste am Tisch sofort ein paar Anknüpfungspunkte, über die sie miteinander sprechen können.

Impulse schaffen

Impulse für Gespräche lassen sich aber auch anders schaffen. Hochzeitsplanerin Kerrin Wiesener schlägt dazu Fragekärtchen auf den Tischen vor. Alle Hochzeitsgäste an diesem Tisch sollen gemeinsam Fragen wie „Wo seht ihr das Paar in zehn Jahren?“, „Wie wird wohl ihr erstes Kind heißen?“ oder „Welches Land sollten die beiden unbedingt einmal bereisen?“ beantworten.

Großartig findet Kerrin Wiesener von Hochzeitskonzept auch einen Tischmagier, der zum Beispiel Ringe weg- und wieder herzaubert oder andere kleine Tricks vorführt, die alle verblüffen. „Das lockert die Stimmung und schafft sofort Gesprächsanlässe“, sagt die Wedding Plannerin.

Von Tischmotto bis Namensschild

Eine hübsche Idee ist es, kleine persönliche Dinge des Paares mit einer kurzen Beschreibung an gut zugänglichen Orten der Hochzeitslocation zu platzieren. Das löse vielleicht im ersten Moment Verwunderung aus, meint Kerrin Wiesener. Aber diese ungewöhnlichen Deko-Elemente können gleichzeitig wunderbare Auslöser für Gespräche sein.

Eine andere Variante: Die einzelnen Tische jeweils nach einem bestimmten Thema dekorieren. Sind Braut und Bräutigam begeisterte Sportler, können zum Beispiel Accessoires und passende Hochzeitskarten rund um Fußball, Segeln, Tennis oder Wandern auf den Tischen für Gesprächsstoff sorgen. Haben die beiden schon fast die halbe Welt bereist, lässt sich die Tischdekoration zu unterschiedlichen Ländern etwa mit Dekoartikeln in den jeweiligen Landesfarben oder typischen Gegenständen der jeweiligen Länder gestalten.

Kommen viele Gäste zusammen, die sich untereinander wenig oder gar nicht kennen, können auch Namensschildchen, die ans Revers oder das Kleid gesteckt werden, für Gesprächsstoff sorgen. Besonders gut gelingt das, wenn darauf nicht nur der Name selbst vermerkt ist, sondern auch eine charakteristische Eigenschaft, zum Beispiel: „Steffi, hat den grünen Daumen“ oder „Harald, war Roadie für AC/DC“ oder „Elisa, Hundeflüsterin“.

Die Braut ist Thema Nummer Eins

Über worüber wird auf Hochzeiten generell am häufigsten gesprochen? „Das ist definitiv die Braut. Was hat sie an? Wie sieht sie aus?“, sagt Kerrin Wiesener. Aber auch, wenn die Brautleute im Mittelpunkt stehen, sollten Gäste nicht jede Anekdote über die beiden zum Besten geben: „Grundsätzlich gilt: Wenn man weiß, es wäre dem Brautpaar peinlich, sollte man es nicht erzählen“, sagt Wiesener mit Nachdruck.

Darüber hinaus ist Lästern ebenfalls immer eine schlechte Idee. Clemens von Hoyos hat dazu ein englisches Sprichwort, frei übersetzt, parat: „Große Menschen reden über Ideen, der Ottonormalverbraucher über Veranstaltungen und das Kleinhirn über andere Personen.“ Auch allgemein schwierige Themen rund um Politik, Religion, Tod und Krankheit sollten grundsätzlich vermieden werden.

Schöne Erlebnisse teilen

Auf einer Hochzeit gibt es ohnehin genügend bessere Themen, über die sich die Gäste austauschen können. Neben Details der Location oder schönen Momenten der Trauung können sich einander wenig miteinander vertraute oder noch gänzlich unbekannte Gäste von der Anreise, von Urlauben und vor allem von gemeinsamen Erlebnissen mit dem Brautpaar erzählen. „Alles rund um die Hochzeit und schöne Erlebnisse sind immer großartig. Leichte Themen eben“, fasst Clemens von Hoyos zusammen.

Die perfekte Sitzordnung für gute Gespräche

Mit wem sich die Hochzeitsgäste zumindest während des Essens unterhalten können, bestimmt meistens das Brautpaar. Es legt die Tisch- und Sitzordnung fest. Und dabei gibt es laut Etikette-Experte Clemens von Hoyos Regeln, an die man sich halten kann, aber nicht muss. Eine davon ist: „Verliebte und Verlobte setzt man nie auseinander, aber Verheiratete müssen nicht nebeneinander sitzen.“

Kerrin Wiesener sieht das ähnlich. Gäste allerdings kreuz und quer zu setzen, damit sich alle einmal kennenlernen – das findet die Münchener Hochzeitsplanerin wenig sinnvoll. „Es ist oft sehr anstrengend, lange unter Fremden wie auf dem Präsentierteller zu sitzen.“ Und viele Freunde sehen sich auf einer Hochzeit nach langer Zeit wieder und freuen sich umso mehr, wenn sie gemeinsam in Erinnerungen schwelgen können. Grundsätzlich ist es für Kerrin Wiesener ideal, wenn an einem Tisch eine gute Mischung aus extrovertierten, offenen Gästen und stillen, introvertierten Menschen sitzt. „Man sollte einfach mit gesundem Menschenverstand rangehen“, betont sie und fügt ganz pragmatisch hinzu: „Ältere Hochzeitsgäste sollte man eher nicht direkt am DJ-Pult platzieren und die Lautstärke sollte man zum Dinner herunterfahren.“ Und noch ein Tipp bei runden Tischen: Dort sollten laut Kerrin Wiesener nicht mehr als sechs Personen sitzen. „Sobald es mehr sind, wird man sich nur mit dem direkten Nachbarn unterhalten“, erklärt die erfahrene Hochzeitsplanerin.

Für Clemens von Hoyos lässt sich das beste Szenario ganz klar so beschreiben: „Groll und Probleme von zu Hause oder aus der Arbeit sollten Hochzeitsgäste nicht mitbringen. Das zieht die Stimmung herunter.“ Die Hochzeit soll ausgelassen gefeiert werden – und Spaß machen.

Über die Experten

Kerrin Wiesener plant seit 2007 gemeinsam mit Friederike John Traumhochzeiten. Mit ihrer Münchener Agentur „Hochzeitskonzept“ sind sie Mitglied im Bund deutscher Hochzeitsplaner. Was Kerrin Wiesener, auf einer Nordseeinsel aufgewachsen und Mutter zweier Söhne, an Ihrem Beruf liebt? „Logistisches Denken und kreatives Arbeiten kombiniert mit Empathie und Feingespür für jedes einzelne Brautpaar.“

Clemens Graf von Hoyos, 1988 in Regensburg geboren, coacht als Vorstandsmitglied der Deutschen Knigge-Gesellschaft Führungsnachwuchs, Studenten und Stipendiaten in „Etikette-Fragen“. Dabei stehen für ihn der authentische, souveräne Auftritt der Person im Mittelpunkt und nicht das dogmatische Einhalten von kleinsten Regeln.

Bild: (c) thinkstock