Hochzeitsfoto mit Elefanten

Romantisch, lustig oder ausgefallen? Mit diesen Expertentipps werden Ihre Hochzeitsfotos einzigartig

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Nicht nur die Hochzeit muss geplant werden, auch der Rahmen für die Erinnerungsbilder will im Voraus überlegt sein. Wir haben professionelle Fotografen nach den besten Tipps für atemberaubende Hochzeitsaufnahmen gefragt.

Der Trend: Authentisch und außergewöhnlich

Wurden früher Portraits der Hochzeitsgesellschaft noch traditionsmäßig im sterilen Studio aufgenommen, sind glücklicherweise die Shootings von heute weniger steif. Niemand hat mehr Lust auf langweilige Frontalaufnahmen ohne Spielraum für Spontaneität.

iRENA Maucher, eine Hälfte des Fotografenteams von Wedding Memories, ist froh über diese Entwicklung:

„Den Brautpaaren wurde in den letzten Jahren immer mehr bewusst, wie wichtig die Dokumentation des ganzen Tages ist. Die Aufregung des Brautpaares im Rahmen der Vorbereitung ist genauso spannend und wichtig festzuhalten wie die Trauung, das Portraitshooting oder der Hochzeitstanz. Warum sollte man auf diese so wertvollen Momente auch verzichten?“

iRENA und Rudi Maucher von Wedding Memories Hochzeitsfotografie
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Die beiden begleiten schon seit einigen Jahren Brautpaare an ihrem großen Tag. Auf ihrer Website kann man neben allen Infos rund um das Fotografenteam auch einen Blick auf bisherige Hochzeitsdokumentationen werfen.

Geteilte Freude ist doppelte Freude: Die Braut inmitten ihrer Freunde.
Authentisch und emotional: Solche Momente sollte ein guter Fotograf für Sie festhalten.

Das Tolle an Hochzeitsreportagen: nur so können kleine Schnappschüsse der Hochzeitsgesellschaft entstehen, die mehr zeigen als die Gästeliste. Ausgelassene Omis, stolze Brauteltern und feiernde Trauzeugen – für solche Bilder werden Sie am Ende dankbar sein.

Viele Paare halten inzwischen als Ort für das Shooting nicht nur an der Hochzeits-Location fest. Judith Stoop zum Beispiel muss in ihrem Job als Hochzeitsfotografin mobil sein:

„Mit vielen Brautpaaren fahre ich zu ganz anderen schönen Plätzen, die wir uns gemeinsam vorher angesehen haben. Das sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch entspannter, weil man etwas Ruhe hat und ein wenig die Zweisamkeit genießen kann, bevor man wieder zu allen Gästen zurückkehrt.“

Judith Stoop: Judith Stoop Photography
Breite = 150px Höhe = 150pxFotografin Judth Stoop

Die junge Fotografin modelt selbst auch und beweist mit ihren Fotos vielleicht gerade deshalb so ein gutes Händchen. Neben Hochzeitsfotografien kann man auf ihrem Blog noch andere Foto-Shootings entdecken.

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„Wir gehen mal kurz vor die Tür.“ Fotografen sind gerne bereit, Ihnen zu einer Wunschlocation zu folgen.

Aber auch der Stil der Fotos kann variieren. Hilde und Ralf Schmidt von 1000Momente können mit ihrer Tätigkeit als Fotografen den Trend direkt mitverfolgen:

„In den letzten Jahren stand eindeutig die Vintage-Fotografie mit ihren Pastelltönen im Vordergrund. Dieser Trend verblasst ein wenig und geht hin zu kräftigeren Farben. Die Brautpaare, die viel Geld in tolle Hochzeitsfotos investieren, werden immer anspruchsvoller und ideenreicher.“

Hilde und Ralf Schmidt: 1000 Momente Hochzeitsfotos und -Videos
Breite = 150px Höhe = 150pxRalf Schmidt ist leidenschaftlicher Fotograf bei 1000 Momente. Breite = 150px Höhe = 150pxFotografin Hilde Schmidt von 1000 Momente.

Sie sind gemeinsam als Fotografen-Ehepaar auf Hochzeiten unterwegs. So können die Vorbereitungen der Braut und die Nervosität des Bräutigams gleichzeitig festgehalten werden.

Das Kornfeld und die Liebe.
Der Klassiker hat seine Berechtigung: Das Kornfeld kann man aber auch als After-Wedding-Shooting mitnehmen.

Was auch immer öfter vorkommt: After-Wedding-Shootings. Da der Hochzeitstag meistens einer straffen Zeitplanung unterliegt, entscheiden sich Paare für diese Option und können so am nächsten Tag erfrischt und entspannt ihre Brautpaarfotos nachholen.

Das richtige Ambiente finden

Für die Wahl der richtigen Hochzeits-Location haben wir Ihnen bereits ein paar Tipps zusammengestellt. Um einzigartige Fotos zu erhalten, lohnt es sich dennoch, ein anderes Ambiente als den Hochzeitsort für das Shooting zu wählen. Klassiker wie das Kornfeld sind eine Option, aber auch Wälder, ein Steg, die Innenstadt – oder etwas ganz Exotisches? Die Locations in dieser Kollektion der besten Hochzeitsbilder 2015 mögen zwar schon fast zu verrückt sein – aber zur Inspiration eignen sie sich allemal.

Vielleicht gibt es ja auch einen besonderen Ort, mit dem Sie Erinnerungen verbinden? So ähnlich ging es einer Braut, die sich von Judith Stoop fotografieren ließ:

„Letztens hatte ich eine Kundin, die mir vom Bauernhof ihrer Oma erzählt hat. Dort hat sie als kleines Mädchen viele schöne Stunden verbracht. Also sind wir spontan zum Fotografieren da hin. Heraus kamen wirklich sensationelle Fotos mit einer schönen Geschichte und einem persönlichen Bezug.“

Mehr Abenteuer als steriles Hochzeitsshooting.
Spontane Begegnungen – an solche Momente wird das Foto Sie immer erinnern können.

Location hin oder her – für iRENA Maucher ist die Wahl des Ambientes nur der erste Schritt:

„Es ist wichtig, Abwechslung in die Bildkomposition zu bringen. So entstehen auch ausgefallene Bilder zum Beispiel im benachbarten Pferdestall, auf dem Heuhaufen etc. Jedoch noch viel wichtiger als der Hintergrund ist das Licht. Abendlicht ist schmeichelnder als die harte Mittagssonne.“

Die Schönheit des Ambientes ist für das Fotografenteam von 1000 Momente keine Voraussetzung für gute Fotos:

„Wir haben schon in Unterführungen, in Abbruchhäusern, U-Bahn-Tunneln, aber auch in Museen oder ganz einfach ‚nur‘ im Wald tolle Fotos umgesetzt. Mittelpunkt ist bei uns das Brautpaar und nicht die Location – das ist wichtig. Nur wenn ein Foto auch ohne die Location vom Betrachter als wunderschön empfunden wird, ist das Foto wirklich perfekt.“

Wo andere Urlaub machen, können sie unvergessliche Momente fotografieren lassen.
Wie wär’s mit Meer? Wenn schon nicht für die Trauung, dann vielleicht für das Shooting.

Solche speziellen Ideen sollten aber am besten mit dem zuständigen Fotografen besprochen werden. Judith Stoop findet es prinzipiell großartig, wenn Paare sich ein Konzept für das Shooting überlegen. Zum einen werden so die Fotos persönlicher, zum anderen kann Judith sich als Fotografin vorab besser auf das Paar einstellen. Allerdings gibt es auch Grenzen:

„Bisher musste ich nur einmal eine Kundin abbremsen, die ein mehrseitiges PDF mit vielen schönen Pinterest-Fotos mitbrachte. Moodboards, mit denen die gewünschte Stimmung und Atmosphäre gezeigt werden, finde ich super. Wenn aber jemand die Bilder zum Shooting mitnimmt und jedes Bild einzeln nachstellen möchte, wirkt das meistens nun mal gestellt.“

Das Posing: So wirkt’s natürlich

Wer nicht hauptberuflich als Model arbeitet, der kennt wahrscheinlich die Unsicherheit vor der Kamera. Unsere Experten können Ihnen für das Posing vor allem eines auf den Weg geben: Bleiben Sie entspannt!

„Wir machen einen entspannten Spaziergang mit dem Brautpaar abseits der Hochzeitsgesellschaft und nehmen uns ausreichend Zeit, um bei viel Spaß die Momente festzuhalten“, erklärt iRENA Maucher von Weddingmemories. Außerdem versucht sie, schon vor den eigentlichen Aufnahmen das Paar gut kennen zu lernen, so dass die Verliebten ihr Vertrauen schenken und die erste Schüchternheit abgelegt ist.

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So etwas kann nicht geplant werden, sondern entsteht spontan: Romantisches Äpfelessen am Obststand.

Für Judith Stoop sind vor allem eine natürliche Interaktion und möglichst wenig vorüberlegte Szenen wichtig:

„Damit die Paare auch nicht zu gestellt und steif wirken, lasse ich Braut und Bräutigam auch gerne mal herumalbern. Es soll schließlich auch Spaß machen! Man fängt mit einigen klassischen Posen an und dann schaut man, wohin sich das entwickelt. Spontaneität und eine lockere Atmosphäre sind das A und O.“

Und da jedes Paar natürlich zu einer anderen Interaktion neigt, werden sich bei Ihnen andere Situationen ergeben als bei anderen Hochzeitsaufnahmen.

„Wir arbeiten immer situationsbedingt und gehen immer zu hundert Prozent auf das Brautpaar ein. Daher können wir auch schlecht Posing-Tipps geben. Was das eine Brautpaar als total kitschig ansieht, ist für ein anderes Brautpaar die Glückseligkeit“, bestätigt das Fotografenpaar Schmidt.

Bei den Fotografen von Wedding Memories besteht ein ähnlicher Ansatz:

„Unsere Brautpaare legen viel Wert auf die Natürlichkeit der Bilder – also keine gestellt aussehenden Posen. Die Leichtigkeit, das Verliebtsein, das Glücklichsein soll im Vordergrund stehen – keine von uns vorgegebene Pose aus dem großen Katalog der Hochzeitsfotografie.“

Ein Kleid, ein Anzug, ein edler Raum. Nur die Hauptakteure fehlen noch.
Kein Posing nötig – wenn Sie mal eine Pause vom Shooting brauchen, wäre das doch eine Idee.

Dos & Don’ts

Gewisse Regeln können Sie dennoch beachten, damit sie sich später beim Schwelgen in Erinnerungen nicht über Fauxpas ärgern. Für Hochzeitsfotografen gibt es zwar meist so gut wie keine absoluten No-Gos. Einige hilfreiche Tipps haben sie dennoch.

Judith Stoop hält sich mit Korrekturen zurück, außer es wird von ihren Kunden explizit gewünscht:

„Da ich selbst auch als Model arbeite und in meiner Freizeit tanze, kenne ich da einige leicht umsetzbare Kniffe. Das fängt bei den Schultern an, die weder nach vorne hängen, noch zu den Ohren hochgezogen werden sollten und endet bei den Füßen, die eingedreht nicht ganz so elegant aussehen. Am einfachsten ist es aber immer noch, das Paar miteinander interagieren zu lassen. So entsteht meistens eine natürliche Haltung.“

Na wer hat die Hosen an? Albereien tuen den Fotos gut.
Es braucht nicht viel, um Stimmung zu erzeugen: Hauptsache, das Paar hat gemeinsam und ungezwungen Freude am Shooting.

Auch das Team von Wedding Memories bleibt bei ihren Shootings dem Motto treu: keine feste Regel. Außer:

„Uns ist es wichtig, dass das Brautpaar nicht auf allen Bildern frontal zur Kamera steht und in die Kamera schaut. Wichtiger ist es, dass das Paar sich aufeinander einlässt und uns einfach als kreativen Begleiter durch die Portrait-Zeit mitgehen lässt.“

Romantischer Sonnenuntergang - und der Fotograf hält füpr Sie die letzten Sonnenstrahlen fest.
Nicht bloß Frontalaufnahmen – je mehr Vertrauen Sie dem Fotografen schenken, desto einfacher fällt es Ihnen, sich fallen zu lassen.

Wenn Sie sich trotzdem vor Fotos fürchten, dann machen Fotografen wie Hilde und Ralf Schmidt gerne Mut:

„Jeder sieht gut aus – und eine Braut ganz besonders. Eine Braut strahlt immer von innen heraus. Sie wird zu einem wunderschönen Schmetterling. Als guter Fotograf unterstreicht man diese Schönheit und weiß sofort, wie man die Braut zu inszenieren hat. Das ist die Kunst – das Können eines Fotografen.

In Schwarz-Weiß erhalten die Fotos einen interessanten, edlen Touch.
Genießen Sie ihre Hochzeit, seien Sie glücklich und lassen Sie sich von den Aufnahmen überraschen.

Wir wünschen Ihnen eine großartige Feier und hoffen, dass Sie mit unseren Tipps ganz entspannt Ihrem Fotoshooting entgegenblicken können.

Sie stehen noch am Anfang Ihrer Hochzeitsplanung? Dann haben wir Ihnen ein paar Tipps dafür zusammengestellt.

Wir danken unseren Experten ganz herzlich für die Interviews und die bezaubernden Hochzeitsfotos!

Bilder: Bild1,2,5,9,11© Judith Stoop; Bild 3,6,7,10 © Wedding Memories; Bild 4,8,10,12© 1000Momente