Menü oder Buffet? Essen an der Hochzeit

Weil Liebe durch den Magen geht: Das richtige Hochzeitsessen für Ihren Geschmack

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Die große Frage bei der Planung des Hochzeitsessens lautet: Buffet oder Menü? Dank den Tipps unseres Experten finden Sie die Antwort – und ein Hochzeitsessen ganz nach Ihrem Geschmack!

Unser Experte Florian Rosbund von Filius Catering hat in vielen Jahren als Hochzeits-Caterer schon zahlreiche Paare bei der Planung ihres Hochzeitsessens begleitet. Er weiß das Beste aus der kulinarischen Vielfalt für jeden Bedarf herauszuholen. Mit seinen Tipps wird die Auswahl des richtigen Hochzeitsessens auch für Sie ein Zuckerschlecken!

Bevor Sie sich ans Eingemachte – die Speisen – machen, müssen Sie abklären, welche Variante eines Hochzeitsessens Sie auf Basis Ihrer Wünsche und Möglichkeiten umsetzen können.

Edles Rind oder exotischer Fisch: Ihr Hochzeitsessen richtet sich in erster Linie nach Ihrem Geschmack! (links © Hochzeitsreporter | Lorenz Masse, rechts © Malte Reiter)
Edles Rind oder exotischer Fisch: Ihr Hochzeitsessen richtet sich in erster Linie nach Ihrem Geschmack! (links © Hochzeitsreporter | Lorenz Masser, rechts © Malte Reiter)

Für Florian Rosbund ist es eine große Erleichterung, wenn das Brautpaar Wünsche und Vorstellungen hat. Welche Speisen soll es unbedingt geben, welche auf keinen Fall? Worum soll sich der Caterer kümmern: ‚Nur‘ ums Essen oder sogar ein Rundum-Sorglos-Paket‘ Dazwischen gibt es viele Varianten?“ Diese Informationen im Hinterkopf behaltend, sollten Sie folgende Punkte klären.

1. Gegebenheiten der Location

Bringen Sie als erstes in Erfahrung, welche Art der Bewirtung in Ihrer Location möglich ist. Auch Florian Rosbund weiß:

„So unterschiedlich die Locations, so unterschiedlich sind auch deren Möglichkeiten, von denen die Entscheidung Menü oder Buffet maßgeblich beeinflusst wird.“

Prüfen Sie insbesondere, ob

  • es Ihnen gestattet ist, einen externen Caterer zu beauftragen,
  • eine vollausgestattete Küche vorhanden ist,
  • Gedecke und Tischdecken zur Verfügung gestellt werden.
Voraussetzung für ein schönes Tischarrangement sind hochwertige Gedecke. Stellen Sie daher unbedingt sicher, dass diese am Hochzeitsfest nicht fehlen! (© Hochzeitsreporter | Lorenz Masser)
Voraussetzung für ein schönes Tischarrangement sind hochwertige Gedecke. Stellen Sie daher unbedingt sicher, dass diese am Hochzeitsfest nicht fehlen! (© Hochzeitsreporter | Lorenz Masser)

2. Budget

Um Ihnen von Anfang an reinen Wein einzuschenken: Das Catering, zu dem neben dem Essen auch noch einige weitere Punkte wie die Getränke oder die Dekoration gehören, wird Ihr Hochzeitsbudget um einen großen Anteil schmälern. Somit denken viele Brautpaare zunächst an wilde Preisvergleiche, das Motto „Je billiger, umso besser“ und Einsparungen an allen möglichen Stellen.

Doch Florian Rosbund rät zu einer anderen Vorgehensweise:

„Sehr oft vergessen wird das Budget und was darin enthalten sein soll: Nur Speisen und Getränke, oder auch das Mobiliar, Dekoration und so weiter. Viele Brautpaare wollen ihr Budget nicht nennen und erst einmal Angebote einholen. Vom Caterer werden dann hellseherische Fähigkeiten erwartet. Wenn ein Brautpaar ein Angebot von der Stange will, wird es auch genau dieses erhalten.

Lässt sich das Brautpaar darauf ein, sich mit dem Caterer über ihre Wünsche und Vorstellungen zu unterhalten, kann der ein wirklich einmaliges, auf das Brautpaar, die Gaststruktur, die Speisenwünsche sowie die Anforderungen und Möglichkeiten der Location abgestimmtes Angebot erstellen. So schaffe ich es, aus dem vorhandenen Budget das bestmögliche Catering zu holen.“

Einfache Gerichte, kunstvoll präsentiert: So können Sie sich auch bei geringem Budget den Traum von einem beeindruckenden Hochzeitsessen erfüllen. Ein guter Caterer kennt solche Tricks! (© Cornelius Fischer).
Einfache Gerichte, kunstvoll präsentiert: So können Sie sich auch bei geringem Budget den Traum von einem beeindruckenden Hochzeitsessen erfüllen. Ein guter Caterer kennt solche Tricks! (© Cornelius Fischer).

Erst wenn Sie Ihr Budget fürs Hochzeitsessen festgelegt haben, sollten Sie damit beginnen, nach Sparpotentialen zu suchen, indem Sie

  • Angebote und Preise vergleichen – sowohl zwischen Caterern als auch in Gegenüberstellung zur restaurantinternen Bewirtung,
  • oder die professionellen Dienstleistungskosten senken und Ihre Freunde für die Zubereitung der ein oder anderen kleinere Köstlichkeiten beauftragen.
Bei der Zubereitung von kleinen Snacks gehen Ihnen Ihre Freunde bestimmt gerne zur Hand. (© Cornelius Fischer)
Bei der Zubereitung von kleinen Snacks gehen Ihnen Ihre Freunde bestimmt gerne zur Hand. (© Cornelius Fischer)

Der ultimative Experten Tipp:

Wenn sie wollen, dass für jeden einzelnen Ihrer Gäste optimal gesorgt ist, fragen Sie im Vorfeld der Hochzeit nach etwaigen Allergien, Unverträglichkeiten und Ernährungsweisen. So ist garantiert für jeden Gast eine passende Köstlichkeit dabei.

Die Qual der Wahl: Heiraten mit Menü oder vom Buffet?

Ob Menü oder Buffet: Jede Art von Hochzeitsessen hat ihre Vor- und Nachteile. Vorab sei gesagt: „Ein guter Caterer wird Ihnen Speisen anbieten, die zu Ihnen passen, weshalb es keine generelle Antwort auf die Frage nach Menü oder Buffet gibt.“

Sie sind ein rustikaler Typ? Dann darf aus einer Torte auch gerne ein Hochzeitsbrot werden – was zählt, ist ein harmonisches Ganzes! (© Cornelius Fischer)
Sie sind ein rustikaler Typ? Dann darf aus einer Torte auch gerne ein Hochzeitsbrot werden – was zählt, ist ein harmonisches Ganzes! (© Cornelius Fischer)

Grundsätzlich muss für Florian Rosbund jedes Hochzeitsessen vor allem stimmig sein.

„Alle Gänge/Komponenten des Hochzeitsessens sollen gleichwertig sein und zueinander passen, nicht nur Kulinarisch, sondern auch thematisch und farblich! Es sollte einen angemessenen Platz im Budget einnehmen, weder prozentual zu groß, noch zu klein gewichtet werden, alle Besonderheiten der Feierlichkeit berücksichtigen (zum Beispiel Gäste, Location, Zeitplan, Jahreszeit, Thema) und in erster Linie dem Brautpaar zusagen“.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, haben Sie die Qual der Wahl. Doch egal, ob Sie sich für Menü oder Buffet entscheiden: Präsentiert in stilvollen Menükarten für die Hochzeit wird Ihre Speisenauswahl den Gästen in jedem Fall das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Das sind wir, das ist unser Menü: Diese Aussage steckt hinter unserer Menükarte Fotowand - erhältlich als Klapp- sowie Postkarte.
Das sind wir, das ist unser Menü: Diese Aussage steckt hinter unserer Menükarte Fotowand – erhältlich als Klapp- sowie Postkarte.

Variante 1: Das Hochzeitsbuffet

Zur Selbstbedienung angerichtete Speisen auf einer langen Tafel oder vom Kellner servierte kleine Köstlichkeiten: Beim Buffet stehen sich Flexibilität und Unruhe gegenüber.

Buffet-Vorteile

Das Buffet beeindruckt vor allem in Punkto Flexibilität. Diese Variante ist laut Florian Rosbund „erstens nahezu überall möglich“, kann zweitens „verschiedene Geschmäcker gut abbilden, sodass für jeden etwas dabei ist“ und garantiert drittens die Sättigung, da „sich die Gäste mehrmals am Buffet bedienen können“.

Bei so einem großen Angebot wird mit Sicherheit jeder Gast fündig.
Bei so einem großen Angebot wird mit Sicherheit jeder Gast fündig.

Ein einfaches Buffet, bei dem „der Caterer kommt, aufbaut und zum Abholen zurückkehrt, ist sicherlich die günstigste Variante“ und damit vor allem für Brautpaare mit begrenztem Budget die bessere – auch wenn Sie dabei Einbußen in der Speisenauswahl in Kauf nehmen müssen.

Doch gleichzeitig bieten Hochzeitsbuffets Spielraum für kulinarische Besonderheiten:

„Ein einfaches Buffet kann wunderbar durch zum Beispiel Live Cooking Stationen aufgewertet werden.

Show-Cooking macht das Hochzeitsbuffet zu einem kulinarischen Erlebnis.
Show-Cooking macht das Hochzeitsbuffet zu einem kulinarischen Erlebnis.

Dabei werden einzelne, manchmal auch alle Speisen vor Ort live vor den Augen der Gäste vollendet oder komplett zubereitet.“ Einen großen Trend sieht er derzeit beispielsweise in BBQ-Buffets.

Grillbuffets sind der Hochzeitsessens-Trend 2016! (© Malte Reiter)
Grillbuffets sind der Hochzeitsessens-Trend 2016! (© Malte Reiter)

Buffet-Nachteile

Beim Buffet werden „tendenziell mehr Lebensmittel übrig bleiben und in den Müll wandern“ betont Florian Rosbund.

Daneben müssen Sie sich bei der Entscheidung fürs Buffet vom Gedanken einer gemütlichen Essenssituation verabschieden, denn „die Stimmung ist etwas unruhiger, da immer wieder Gäste aufstehen und sich Schlangen am Buffet bilden.“

Beim Schlangestehen am Buffet kann es schnell ungemütlich werden.
Beim Schlangestehen am Buffet kann es schnell ungemütlich werden.

Schließlich wird auch die Optik der Speisen unter der Selbstbedienung der Gäste leiden.

„Auch ein noch so genial und liebevoll angerichtetes und dekoriertes Buffet sieht nach dem fünften Gast, in die Sauce gefallenen Löffeln und vollgekleckerten Tischdecken nicht mehr nach einem solchen aus“, weiß der langjährige Caterer aus Erfahrung.

So perfekt angerichtet bekommen wohl nur die ersten Gäste das Buffet zu sehen. (© Judith Stoop Photography).
So perfekt angerichtet bekommen wohl nur die ersten Gäste das Buffet zu sehen. (© Judith Stoop Photography).

Variante 2: Das Hochzeitsmenü

Begrenztes Angebot versus entspannte Essensatmosphäre: Diese Vor- und Nachteile bringt eine festen Menüfolge, die den Gästen zeitgleich serviert wird, mit sich.

Menü-Vorteile

Falls für Sie das Essen eher ein gemeinsames Erlebnis als Sättigungsgelegenheit darstellt, ist das Menü für Sie die bessere Variante.

„Das Menü ist deutlich ruhiger, jeder Teller wird ansprechend angerichtet, es ist von allem bis zum letzten Gast (am Buffet meist das Brautpaar!) etwas da, und die Gäste werden bedient.“

Entspannter Genuss: Beim Hochzeitsmenü werden jedem Gast die Speisen verzehrfertig serviert. (© Malte Reiter)
Entspannter Genuss: Beim Hochzeitsmenü werden jedem Gast die Speisen verzehrfertig serviert. (© Malte Reiter)

Unabhängig von den Kosten wird dadurch „das Menü eindeutig als die wertigere Variante empfunden“.

Beim Menü wird jeder Gang professionell angerichtet - und überzeugt damit die Augen als auch den Magen. (© Marina Scholze Photography)
Beim Menü wird jeder Gang professionell angerichtet – und überzeugt damit die Augen als auch den Magen. (© Marina Scholze Photography)

Nachteile

Auch wenn sich der finanzielle Aufwand zwischen Buffet und Menü nicht automatisch unterscheidet – der personelle und logistische ist deutlich höher:

„Für ein Menü wird neben entsprechend vielen Servicekräften auch eine Küche und ein Küchenteam benötigt. Dies verschlingt einen erheblichen Teil des Budgets. Denn was das Hochzeitscatering teuer macht, ist in erster Linie nicht die Auswahl der Produkte, sondern die Arbeitszeit, die zu Herstellung, Lieferung, Präsentation und Service benötigt wird.“

Zur identischen und zeitgleichen Präsentation werden zahlreiche Helfer benötigt – das schlägt sich im Preis nieder.
Zur identischen und zeitgleichen Präsentation werden zahlreiche Helfer benötigt – das schlägt sich im Preis nieder.

Daneben laufen Sie bei einer von ihnen festgelegten Menüfolge Gefahr, die Geschmäcker einzelner Gäste zu verfehlen. Denn Florian Rosbund weiß:

„Eine vegetarische Alternative wird jeder Caterer mit anbieten, jedoch wird es schwierig – und vor allem teuer – wenn auf jeden einzelnen Gast eigegangen werden soll“.

Auch Ihr Wunschmenü sollte deshalb laut des Experten „möglichst massentauglich sein“.

Letzte Tipps: Warum gute Beratung so wichtig ist wie Ihr Bauchgefühl

Mit der Kenntnis der benötigten Rahmenbedingungen sowie der Vor- und Nachteile von Buffet und Menü sind Sie bestens für die Planung Ihres Hochzeitsessens gewappnet. Hierfür gibt Florian Rosbund Ihnen abschließend noch ein paar wichtige Tipps mit auf den Weg:

  • Da das „typische“ Brautpaar bisher noch nie eine so große Veranstaltung organisiert hat, sollte neben dem Essen definitiv die Beratung an vorderster Stelle stehen. Fragen Sie Profis, die täglich in diesem Metier unterwegs sind und Ihr Anliegen von einem etwas distanzierten und erfahreneren Standpunkt aus beleuchten können.
  • Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl und die Empfehlung von Freunden. Viele Locations empfehlen Caterer, teilweise sind sie sogar an Caterer gebunden. Dahinter steht oft ein wirtschaftliches Interesse der Location.
  • Prüfen Sie, wie der Caterer mit Ihrer Anfrage umgeht. Bekommen Sie schon nach zwei Minuten ein 14-seitiges „persönliches“ Angebot, oder wird sich erst einmal mit Ihnen unterhalten und Ihre Bedürfnisse und Wünsche in Erfahrung gebracht?
  • Ob ein Caterer wirklich an der bestmöglichen Realisierung Ihrer Wünsche oder lediglich Ihrer Zufriedenstellung interessiert, können Sie mit einem einfachen Geheimtest herausfinden: „Fragen Sie nach Schweine- oder Rinderfilet auf dem Buffet. Solche Speisen garen weiter und werden schnell ungenießbar. Will man Ihnen das verkaufen, suchen Sie besser einen anderen Caterer.“

Wir bedanken uns herzlich bei Florian Rosbund für die Gegenüberstellung von Hochzeitsmenü und Buffet. Wir hoffen, Ihnen die schwierige Entscheidung ein wenig erleichtert zu haben, sodass bei Ihrer Hochzeit die Liebe auch durch den Magen geht!

Bilder: Beitragsbild links © Malte Reiter; rechts © iStock / emapoket, Bild 9: © iStock / emapoket, Bild 10: © iStock / eli77, Bild 12: © iStock / .shock, Bild 16: © iStock / stockyimages