Herausforderungen und Hochzeitstrends: Wedding Plannerin Daniela Jost im Interview

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Als Daniela Jost 2005 als Hochzeitsplanerin startet, steckt die Branche in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Seitdem ist viel passiert – und es hat sich noch mehr verändert. Warum ein stimmiges Gesamtkonzept für Brautpaare wichtiger geworden ist und welches Hochzeitsmotto bisher am spannendsten war: Wir haben nachgefragt.

Frau Jost, Sie sind bereits seit 12 Jahren in der Hochzeitsbranche tätig. Zu welchem Zeitpunkt wenden sich Brautpaare in der Regel an Sie?
„Meist gute eineinhalb Jahre vor der Hochzeit, teilweise aber auch schon zwei Jahre vorher. Natürlich gibt es auf der anderen Seite genauso die ‚Last Minute Paare’, für die wir eine Hochzeit innerhalb weniger Monate oder sogar Wochen stemmen.“

Ob lange Vorlaufzeit oder „Last Minute“: Unterstützen Sie vor allem bei großen Hochzeiten oder kommen auch Kunden mit kleinen Feiern auf Sie zu?
„Auch Paare mit kleinen, aber feinen Vorstellungen beauftragen uns sehr gerne. Alles in allem kann man sagen: Der Aufwand unterscheidet sich nicht unbedingt anhand der Anzahl der Gäste, sondern eher durch die individuellen Vorstellungen.“

Fotocredit Bild 1 und 2: Jeremy Wong Weddings

Egal ob viele Gäste oder eine Feier im kleinen Kreis: Im Mittelpunkt stehen die individuellen Vorstellungen des Braupaars.

So unterschiedlich jedes Paar mitsamt seinen Vorstellungen auch ist – welche Gemeinsamkeiten sehen Sie bei der Hochzeitsplanung am häufigsten?
„Fragt man ein Brautpaar, wie es sich seine Hochzeit vorstellt, kommt so gut wie immer dieselbe Antwort: Außergewöhnlich! Dabei bedeutet ‚außergewöhnlich’ in der Tat für jeden etwas völlig anderes.“

Dennoch hat jedes Paar diesen einen Wunsch: dass sich die Gäste noch lange daran erinnern mögen.

Apropos daran erinnern: Was war bisher die lustigste Situation, die Ihnen im Gedächtnis geblieben ist?
„Das war ein Eichhörnchen in der Tasche einer Brautschwester, das alle zwei Stunden gefüttert werden musste.“

Und welches Motto war das spannendste?
„Das war dann in all den Jahren definitiv die Dracula-Hochzeit!“

Ganz unabhängig vom Motto: Wie viel wichtiger ist es den Paaren geworden, dass bei ihrer Hochzeit alles aufeinander abgestimmt ist?
„Oh, das hat sich in den letzten Jahren tatsächlich stark verändert.“

Ganz besonders durch die Hochzeitsblogs stehen stimmige Gesamtkonzepte stark im Fokus. Das war vor 12 Jahren noch ganz anders, auch wenn wir bereits damals einen Blick darauf hatten.

Was stellt für Sie als Wedding Plannerin die größte Herausforderung dar – und womit fangen Sie aus organisatorischer Sicht in der Regel an?
„Es wird immer schwieriger, die perfekte Location für ein Paar zu finden. Locations sind heute schon oft zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Hinzukommt, dass Brautpaare sehr genaue Vorstellungen haben, wenn es um ihre Hochzeitslocation geht. Das ist für mich deshalb immer wieder aufs Neue eine große und spannende Herausforderung, die dazu ganz am Anfang meiner To-do-Liste steht.“

Die perfekte Location und ein stimmiges Gesamtkonzept rangieren auf der Hitliste der Kundenwünsche ganz oben.

Von der perfekten Location bis zum stimmigen Konzept: Im Gegensatz zu früher ist das Recherchieren ja viel einfacher geworden. Nicht zuletzt deshalb, weil das Smartphone inzwischen eine sehr wichtige Rolle dabei spielt. Wie erleben Sie diesen Wandel und was hat sich dadurch im Hinblick auf Ihre Kundenbeziehung verändert?
„Das ist eine wirklich gute Frage. In jedem Fall sammeln vor allem Bräute heute jederzeit Ideen und Inspirationen und kommunizieren – eben übers Smartphone – gern immer unmittelbar mit ihrem Hochzeitsplaner. Dadurch ist es eine Herausforderung geworden, diesbezüglich den Überblick zu behalten. Das war früher vergleichsweise leichter.“

Nach vielen Monaten der Planung und vielen Gesprächen mit Ihnen kommt für das Brautpaar der große Tag. Lehnen Sie sich danach zurück oder kümmern sich auch nach der Hochzeit noch um das Paar?
„Oh ja, durchaus. Es gilt ja noch die Danksagungskarten zu gestalten, ein Feedback-Gespräch zu führen – und manchmal ein Jahr später gemeinsam Babybilder anzuschauen.“


Auch nach der Hochzeit ist Daniela Jost noch für Ihre Kunden da und hilft zum Beispiel bei den Dankeskarten.

Ein Ausblick auf das kommende Jahr: Welche Hochzeitstrends zeichnen sich für 2018 ab?
„Es wird noch natürlicher, was mich persönlich sehr freut. Das gilt für die Dekoration, das Styling und die Bilder.“

Das Thema Natürlichkeit steht für das nächste Jahr auf jeden Fall im Vordergrund.


Das Trendthema für 2018: Natürlichkeit.


Zum Trendthema Natürlichkeit passen warme Farben und Kraftpapier – zum Beispiel aus unserer Serie „Rustic Love“.

Vielen Dank für das Interview, Frau Jost.

Übrigens: In unserem Beitrag „Wedding Planner plaudern aus dem Nähkästchen“ haben wir die Top fünf Hochzeitsplaner-Tipps für Sie zusammengefasst. Mehr Inspirationen finden Sie außerdem auf unserem Pinterest-Kanal – und alles zur Agentur „Traumhochzeit“ inklusive Standorten gibt’s unter www.agentur-traumhochzeit.de.