Hochzeitstrend Natural Vintage – Raum für eigene Geschichten

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Auf Normen und Gepflogenheiten pfeifen, authentisch sein und sich nicht verkleiden: Das ist Natural Vintage!

Vintage und die Rückkehr zur Natürlichkeit sind gerade beim Thema Heiraten und Hochzeitsplanung in aller Munde. Wir haben nachgefragt, wie die Experten in der Branche dazu stehen. Ist Vintage als Trend 2018 überhaupt noch relevant? Was steckt eigentlich hinter „natürlich heiraten“? Und wie äußert sich das in diesem Jahr? Im Gespräch mit Chris und Astrid von marryMAG.

Chris und Astrid von marryMAG

Chris und Astrid, Vintage Hochzeiten haben eine lange Tradition, ihr verfolgt das Thema seit einigen Jahren und habt selbst viel darüber berichtet. Spätestens seit 2017 sind Vintage Hochzeiten sehr gefragt. Besteht der Trend weiterhin? Was ändert sich?

Hochzeiten im Vintage-Stil sehen wir nicht als vorübergehenden Trend, sondern als Ausdruck einer gesellschaftlichen Veränderung. Gerade junge Menschen fühlen sich mehr und mehr mit ihrer Heimat verbunden, legen Wert auf Nachhaltigkeit und auf Dinge, die eine Geschichte haben und nicht einfach irgendwo gekauft wurden. Bei der Suche nach der „perfekten“ Location stellen sie vielleicht fest, dass eine Hochzeit in Omas Obstgarten am schönsten wäre – denn der ist mit wertvollen Kindheitserinnerungen verbunden. Vielleicht finden sich dort auch noch ein paar alte Möbel, aus denen sich ein Sweet Table oder eine Bar zaubern lassen. DIY und Upcyling sind nach wie vor schwer angesagt und natürlich genau das Richtige für Vintage-Fans.

Es geht also immer weniger darum, eine Hochzeit im Vintage-Look zu stylen, sondern darum, Raum für die eigene Geschichte zu schaffen und grundlegende Werte wie Heimat und Familie zu feiern. Natürlich ergänzt mit neuen, modernen Elementen. Gerade der Mix macht den besonderen Charme aus!

Seit 2013 ist immer wieder von der Rückkehr von Natürlichkeit bei Hochzeiten die Rede. Ist der Trend angekommen? Oder ein alter Schuh?

Den Trend zu mehr Natürlichkeit finden wir ja in allen Lebensbereichen – es gibt mittlerweile eine große Minimalismus-Szene, in Großstädten eröffnet ein veganes Restaurant nach dem anderen. Was vor ein paar Jahren noch die belächelten Ökos waren, sind heute die Hipster und Influencer. Bei dieser Entwicklung stehen wir gerade erst am Anfang.
In den vergangenen Jahren haben wir als Ausdruck von Natürlichkeit vor allem Kraftpapier und Jute auf Hochzeiten gesehen. 2018 wird sich dieser Trend mehr in Richtung „Grün“ bewegen – auch 2017 gab es schon einiges in Sachen „Greenery“. Die Bräute lieben Eukalyptus, Sukkulenten und Kakteen. Auch hier setzen viele auf Nachhaltigkeit und dekorieren zum Beispiel mit Topfblumen, die sich anschließend weiterverwenden lassen oder gleichzeitig Gastgeschenke sind. Blumenkränze, Brautsträuße und Tischdeko werden immer grüner, dafür weniger bunt und blumig – und das spiegelt sich natürlich auch in der Papeterie wider.

Vintage ist keine Nische mehr. Sowohl im Web, als auch auf Messen sind Bohemian Style und Vintage im Mainstream angekommen.

Die Hochzeitsbranche diversifiziert sich immer stärker. Jedes Jahr gibt es neue Messen, von der Großveranstaltung bis zur kleinen, exklusiven Ausstellung mit ausgewählten Gästen. Alles ist erlaubt! Der Boho- und Vintage-Trend spricht dabei besonders viele Bräute an, weil es hier eben nicht nur um irgendein Hochzeitskonzept geht, sondern darum, die eigene Persönlichkeit in die Hochzeitsplanung mit einfließen zu lassen. Und das möchten natürlich so gut wie alle Brautpaare!
Es wird auch immer Bedarf an roten Rosen und Perlen da sein für die klassische Prinzessinnenbraut, genauso wie es unendlich viele Nischentrends gibt, Richtung Steampunk zum Beispiel, Rock’n’Roll oder Motto-Hochzeiten mit Star Wars-Thema – und diese Vielfalt ist großartig!

(Fotocredit Hochzeitstisch: Judith Stoop)

Was ist das Besondere bei Vintage und Bohemian Hochzeiten  im Vergleich zu anderen Trends 2018?

Vintage und Boho sind die Trends der Hochzeitsbranche – weil es eben keine kurzlebigen Trends sind, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls. Vor zwanzig Jahren hieß es nicht: „Wie wollt ihr heiraten?“. Rote Rosen, Perlen und Prinzessinnenkleid gehörten einfach dazu und andere Möglichkeiten gab es auch kaum. Heute darf jeder so heiraten, wie er oder sie möchte – und genau darum geht es ja in der Bohème-Kultur: auf Normen und Gepflogenheiten zu pfeifen und sein eigenes Ding zu machen. Authentisch zu sein, sich nicht zu verkleiden. Wer seine Wohnung im Scandi-Stil einrichtet, der mag es auch bei der Hochzeitsdeko lieber puristisch. Wer sich vegan ernährt, möchte keine Hochzeitssuppe mit Fleischklösschen servieren. Und nicht alle Mädchen träumen davon, einen Tag lang Prinzessin zu sein, sondern sie möchten sich auch am Hochzeitstag unabhängig und frei fühlen – in einem Kleid, in dem sie sich bewegen können. Genau diese Freiheit, diese moderne Lässigkeit ist es, die den Boho-Trend so besonders und beliebt macht.


Hochzeitspapeterie „Rustic Love“

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