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Wirklich nützliche Dinge fürs Baby

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Das Angebot für die Erstausstattung ist riesig: Mit den Tipps von Baby Plannerin Véronique Goldbrunner behalten Sie den Blick fürs Wesentliche.

KARTENMACHEREI: “Perfekt vorbereitet.” Was bedeutet dieser Satz für werdende Eltern?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Dieser Satz vermittelt in erste Linie den Druck, den unsere Gesellschaft auf Eltern ausübt. Dabei brauchen sie diesen Perfektionsanspruch nicht zu haben. Er erzeugt zu viel Stress und Aktionismus, den das Baby weder braucht noch erwartet. Das Allerwichtigste ist Zuwendung und Liebe. Es ist natürlich wichtig und sinnvoll, dass Einiges vorbereitet ist, allerdings gibt es dafür keine allgemein gültige To-Do-Liste. Eltern sollten in erster Linie darauf achten, dass sie für sich herausfinden, was wichtig ist und sich so entsprechend vorbereiten. Nicht alles, was für die eine Familie zentral wichtig ist, muss in einer anderen Familie den gleichen Stellenwert haben. Und das ist auch gut so.

KARTENMACHEREI: Welche Möbel sind für die erste Zeit mit Baby unverzichtbar?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Viel mehr als einen Schlafplatz und eine gemütliche Wickelecke braucht es in den ersten Wochen nicht. Das Baby schläft am Anfang bis zu 17 Stunden am Tag. Eine der ersten Fragen, die sich werdende Eltern stellen sollten ist: Wo soll das stattfinden? Zuerst in welchem Zimmer (Elternzimmer oder eigenes Zimmer?), dann in welcher Bettart: Beistellbett, Wiege, Babybett oder Stubenwagen? Dazu kommt, dass das Baby oft gewickelt wird. Daher ist es sinnvoll, eine gemütliche Wickelecke einzurichten. Dazu eignet sich meist das Babyzimmer oder das Badezimmer – da, wo es am wärmsten ist. Für die, die wenig Platz haben, gibt es für die Badewanne Einsätze oder klappbare Lösungen. Eine Wickelkommode kann sinnvoll sein. Beim Kauf sollte man besonders auf Stabilität und Funktionalität achten und sich von Anfang an angewöhnen, beim Windeln wechseln immer eine Hand beim Baby zu haben. Wer sich für eine Wickelkommode entscheidet, die zum Stil der Wohnungseinrichtung passt und sich nach der Wickelzeit in eine richtige Kommode umbauen lässt, der hat länger Freude daran.

KARTENMACHEREI: Rund ums Wickeln: Wie viele Windeln brauche ich in den ersten zwei Monaten nach der Geburt ungefähr?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Ein grober Richtwert: etwa 6 bis 8 Windeln pro Tag. Es ist sinnvoll, sich schon vor der Geburt mit der Frage zu beschäftigen, wie man damit umgehen möchte. Mittlerweile es gibt eine Bewegung, die ihre Babys windelfrei erzieht. Manche probieren waschbare Windeln aus oder greifen einfach zum Klassiker.

KARTENMACHEREI: Stillen oder füttern: Welche “Accessoires” sind dafür besonders nützlich und praktisch?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Wer plant, zu stillen, sollte sich bereits ab der zweiten Schwangerschaftshälfte ein Stillkissen besorgen. Es ist eine tolle Bauchstütze und bietet so höheren Komfort beim Schlafen. Ansonsten sind ein paar Still- oder Sport-BHs, die sich vorne öffnen lassen, für die Stillzeit sehr praktisch. Dazu natürlich Einweg- oder waschbare Stilleinlagen. Wer relativ schnell wieder aktiv sein möchte, kann überlegen, ob er sich eine Milchpumpe anschafft. Die Auswahl und auch die Preisunterschiede sind groß. Man kann Stillpumpen zunächst aber auch bei Apotheken mieten. So kann man erst einmal testen, wie oft diese tatsächlich benutzt wird. Mindestens zwei Flaschen sollten auch stillende Mütter zu Hause haben. Ich empfehle, nicht zu viele Flaschen der gleichen Marke zu besorgen. Warum? Einige Baby kommen mit einem bestimmten Sauger nicht zurecht. Um herauszufinden, welche geeignet ist, wird man mehrere Flaschenmarken ausprobieren müssen. Wer gleich von Anfang an die Flasche gibt, sollte mehrere davon vorrätig haben, da diese oft benutzt werden. Milch „Pre“nährung ist optimal für die ersten Wochen, da es der Muttermilch am ähnlichsten ist. Interessant zu wissen ist, dass ab 60°C eine Spülmaschine die Funktion eines Sterilisators erfüllt. Trotzdem ist eine Flaschenbürste unerlässlich, um Milchreste nach dem Gebrauch gut entfernen zu können.

KARTENMACHEREI: Was gehört in Sachen Babypflege unbedingt zur Grundausstattung?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Eigentlich wenig. Das Motto „Weniger ist mehr“ gilt hier unbedingt. Um Babys Po zu reinigen reicht im Normalfall Wasser und ein weicher Waschlappen. Wer unterwegs ist, greift vielleicht zu Einweg-Feuchttüchern. Ich bevorzuge hier Produkte mit der Bezeichnung „Sensitive“, weil sie für die Haut verträglicher sind. Fürs Baden gilt das gleiche Prinzip: Zusätze wie Shampoo oder Seife sind nicht notwendig.

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Bilder: (c) thinkstock

KARTENMACHEREI: Die Auswahl an niedlicher Babykleidung ist riesig: Welche Teile braucht mein Baby wirklich für die ersten Wochen nach der Geburt?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Ja, in der Tat. In den ersten Wochen braucht ein Baby allerdings wenig und mag es auch nicht so gern, ständig neu angezogen zu werden. Es gibt auch einige Hebammen die empfehlen, die Kleidung nur zu wechseln, wenn sie schmutzig ist. Die ersten Wochen kann das Baby Tag und Nacht problemlos im gleichen Strampler bleiben. Sicherlich sollten sich alle Eltern auch ab und zu eine Freude machen und Ihrem Baby schöne Kleider anziehen. Beim Kauf ist es hilfreich, Folgendes zu beachten: Für die erste Zeit sind Wickelbodys optimal. Ich präferiere für alles, das mit der Haut des Babys direkt in Kontakt kommt, Bioware. Zudem ist Naturfaser auch atmungsaktiver und das Baby fühlt sich darin am besten. Getragene Kleidung sollte man am besten zwei Mal, wenn möglich mit einem phosphatfreien Waschmittel waschen.

KARTENMACHEREI: Teddybär, Rassel, Stoffbuch: Wie viel Spielzeug ist in den ersten Wochen sinnvoll?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Ich glaube, dass Eltern hier erst einmal nichts tun müssen. Sie werden nach der Geburt meistens reichlich beschenkt. Wenn es was sein soll, ist mein Favorit die Spieluhr.

KARTENMACHEREI: Unterwegs mit Säugling: Was sind die praktischsten Dinge, die in keiner Babytasche fehlen sollten?

VÉRONIQUE GOLDBRUNNER: Ganz klar eine Wickelunterlage, Windeln, Feuchttücher oder ähnliches, Wechselkleidung und ein Molto-Tuch. Wer mit der Flasche füttert, braucht Fläschchen und Milch.

KARTENMACHEREI: Vielen herzlichen Dank für Ihre wunderbaren Antworten und nützlichen Tipps.

Véronique Goldbrunner ist Baby Plannerin. Was das ist? Sie ist neutraler Ansprechpartner, der werdende Eltern und Paare mit Kleinkindern unterstützt. Die Französin und Mutter dreier Kinder, die heute in der Nähe von München lebt, steht Paaren oder Familien mit Rat und Tat zur Seite und begleitet sie bei der Organisation des veränderten Alltags, beim Einfinden in ihre neuen familiären Rollen.