Hochzeitsschuhe in rot und weiß

Hochzeitsbräuche: Da kommen sie her

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Von Hochzeit in Weiß bis Brautstraußwerfen: Warum machen wir das eigentlich?
Wir haben nachgeforscht und interessante Geschichten zu unseren und internationalen Traditionen rund ums Heiraten zusammengestellt.

Warum ist das Brautkleid traditionell weiß?
Trägt die Braut heute ein farbiges oder gar ein schwarzes Brautkleid, erscheint uns das ungewöhnlich. Noch vor rund 100 Jahren war das aber ganz normal. Die Braut trug auch am Hochzeitstag ihr Sonntagsgewand. Und das war in der Regel schwarz. Erst seit den 1920er Jahren, als Stoffe günstiger wurden, hat sich Weiß als Farbe für die Hochzeitsrobe durchgesetzt, heißt es in einem Online-Beitragdes Wissensmagazins P.M. Als Begründerin des Trends gilt die britische Königin Victoria. Sie heiratete 1840 in einer crèmefarbenen Robe mit kurzem Schleier aus Spitze. (1)

Warum sollte die Braut keine Perlen zur Hochzeit tragen?
Jede Perle steht für eine Träne, die in der Ehe vergossen wird, sagt man. Es ist deshalb Brauch, dass die Braut auf Ohrstecker, Ketten, Haarschmuck oder Verzierungen am Brautkleid aus echten Perlen verzichtet. (2)

Warum zeigt die französische Braut der gesamten Hochzeitsgesellschaft ihr Strumpfband?
Zentimeter für Zentimeter lässt die Braut in Frankreich ihren Rock nach oben gleiten – vor den Augen aller Hochzeitsgäste. Und die bieten Geld für das Strumpfband, heißt es in einer Pressemitteilung der Partnervermittlung parship.de. Das geht an den Gast, der als letzter geboten hat, bevor es sichtbar wurde. (3)

Warum schenken wir Hochzeitsmandeln?
Sie stehen für Liebe, Gesundheit, Glück, Erfolg und Segen – die Hochzeitsmandeln. In südlichen Ländern längst Brauch, werden auch bei uns häufig gezuckerte Mandeln an die Gäste verschenkt. Wieso? Laut hochzeitsmandeln.at ist der Brauch bereits rund 350 Jahre alt. In den Königshäusern wurden wertvolle Zuckerschachteln aus Gold, Silber oder Kristall überreicht. Weniger wohlhabende Brautleute haben dies übernommen. Allerdings diente als Verpackung für die Hochzeitsmandeln Tüll. Und dieser stammte wohl vom übriggebliebenen Stoff für das Brautkleid. (4)

Warum werfen wir nach der Trauung Reis?
Reis ist für Sie typisch für die asiatische Küche? Auch der Brauch, das Brautpaar beim Auszug aus der Kirche mit den kleinen weißen Körnern zu bewerfen, stammt aus Asien. Das symbolisierte Fruchtbarkeit und sollte dem Paar reichen Kindersegen bescheren. In England gibt es laut parship.de seit etwa 1600 eine ganz ähnliche Tradition. Nicht Reis, sondern Weizenkörner sollten den Frischvermählten Segen spenden.
Heute darf man dieser Tradition nicht mehr überall nachgehen. Mancherorts ist das Reiswerfen verboten, weil die Verschwendung von Lebensmitteln nicht gerne gesehen wird und die kleinen Körner oft nur schwer wieder entfernt werden und so unliebsame Tiere anlocken können. (5)

Warum werfen frischvermählte Bräute den Brautstrauß?
Um herauszufinden, wer als nächstes Hochzeit feiert. Die Braut wirft ihren Strauß blind der Gruppe unverheirateter, weiblicher Gäste zu. Wer von ihnen die Blumen fängt, so sagt man, kommt als nächstes unter die Haube. Dies resultiert wohl aus der Annahme, dass alles, was die Braut trägt, Glück bringt. Der Brauch kommt ursprünglich aus den USA. Dort wird aber nicht nur eine künftige Braut ermittelt. Es ist üblich, dass sich auch die männlichen, unverheirateten Gäste formieren und versuchen, das Strumpfband – vom Bräutigam geworfen – zu fangen. Der Glückliche darf dann mit der Fängerin des Brautstrauß’ tanzen. (6)

Warum ist der Brautstrauß für die mexikanischen Maya besonders wertvoll?
Der Brautstrauß, so glauben die Maya, saugt alle Energie, die während der Trauungszeremonie rund um das Brautpaar fließt, auf. Wie die Hochzeitsblogger von 2people1life.com schreiben, soll die Braut ihr Bouquet so lange aufbewahren, bis sie bereit ist, dieses und die darin gesammelte Energie weiterzugeben. (7)

Warum ruft man in Russland dem Brautpaar ständig „bitter“ zu?
Das Wort verspricht nichts Gutes, oder? Naja. Ursprünglich drückten die Hochzeitsgäste mit ihren Rufen aus, dass die Hochzeit selbst bitter sein kann, das gemeinsame Leben aber süß sein möge. Sehr Schlimmes verbirgt sich dennoch nicht hinter dieser russischen Hochzeitstradition. Denn jedes Mal, wenn die Hochzeitsgesellschaft „Gorjko“ skandiert, müssen sich Braut und Bräutigam küssen. Dann wird laut mitgezählt, wie lange der Kuss anhält. Was dahintersteckt?Je länger geküsst wird, desto mehr Kinder wird das Paar vermutlich bekommen. (8)

Warum wird auf schwedischen Hochzeiten die Braut nicht nur vom Bräutigam geküsst?
Auch in Schweden wird auf der Hochzeitsfeier viel geküsst. Allerdings werden hier vorrangig nicht Braut und Bräutigam aktiv – es ist auch nicht Brauch, sich in der Kirche zu küssen -, sondern die Hochzeitsgäste. Sobald Braut oder Bräutigam den Raum verlassen, stehen entweder die Frauen oder die Männer Schlange, um den Dagebliebenen zu küssen, heißt es in einem Blogpost auf dem Schweden-Portal yourlivingcity.com. (8)

Warum geht in Thailand die gesamte Hochzeitsgesellschaft mit ins Brautgemach?
Nach der Hochzeitsfeier haben thailändische Brautpaare noch lange keine Ruhe. Genauer gesagt haben die beiden ihr Bett noch drei Tage lang nicht ganz für sich alleine. Denn zuerst begleiten ihre Gäste die beiden mit ins Brautgemach. Bevor sich die Brautleute selbst ins Ehebett legen, muss deren künftige Schlafstatt gesegnet werden. Das geschieht so: Das älteste Ehepaar legt sich zunächst ins Bett. Anschließend werden weitere Gegenstände, darunter Reis, Sesam und eine mit Regenwasser gefüllte Schüssel, in die Schlafstätte gelegt. All dies soll Wohlstand und Fruchtbarkeit symbolisieren und eine lange Ehe begünstigen. Während die Gäste den Raum wieder verlassen, sollen die segenspendenden Dinge noch drei Tage lang im Bett verweilen. (9)

Warum trinken Japaner während der Hochzeitszeremonie Reiswein mit ihren Eltern?
Das soll die Bindung der beiden Familien und die des Brautpaars im Besonderen stärken. Einfach einer gehoben, wird freilich nicht, berichtet CNN in einem Online-Artikel. Während der Shinto-Zeremonie nehmen Braut, Bräutigam und die beiden Elternpaare jeweils drei Schlückchen des japanischen Reisweins Sake aus je drei Gläschen. (10)

Warum ist in Marokko im Herbst Hochzeitshochsaison?
Nicht nur, dass in Marokko traditionell sonntags geheiratet wird, hier fallen die beliebtesten Heiratsmonate, anders als bei uns, in den Herbst. Während sich in Deutschland Paare vor allem im Sommer das Ja-Wort geben, feiern Marokkaner seit langem bevorzugt ein paar Monate später, so die US-amerikanische Hochzeitswebsite theknot.com. Denn da ist Erntezeit und das verspricht für das Hochzeitsfest einen reich gedeckten Tisch. (11)

Bilder: (c) thinkstock